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#1 Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von trex 03.05.2013 15:14

Auch wenn ich in letzter Zeit hier nicht sehr aktiv war, heißt dass nicht, dass ich mit dem Modellbauen aufgehört hab
Aber mein neuester, zur Entspannung gedachter, „einfacher“ Umbau, hat sich als deutlich aufwendiger und somit zeitintensiver entwickelt als ursprünglich gedacht.

Nachdem ich vor einiger Zeit einen der ersten in Nordafrika (Lybien) eingesetzten Sherman gebaut habe, der zeitlich in den Dezember 1942 einzuordnen war, spukte mir die ganze Zeit ein deutsches Gegenstück im Kopf herum. Das wäre dann ein Panzer IV Ausf.G, als das „jüngste“ (=modernste) von den Deutschen noch in Ägypten/Lybien zum Einsatz gebrachte Panzerfahrzeug.

Einen Panzer IV habe bisher noch nie gebaut, abgesehen von einem zusammengekleisterten ITALERI Sturmgeschütz IV vor deutlich mehr als 30 Jahren.

Als ich dann in „Unter der glühenden Sonne Afrikas“ von Alois Schlee, über Fotos zweier früher Pz IV Ausf. G, eingesetzt bei der 4. Kp, PR8, der 15.PD „gestolpert“ bin, hatte ich schon mal eine historische Vorlage dafür.
Dazu kam, daß ich bei ebay vor etlicher Zeit auch einige Dragon Panzer IV Bausätze für kleines Geld ersteigern konnte.
Darunter befand sich auch ein Panzer IV Ausf.E „3in1“ Bausatz (Dragon Nr.: 6264) der ersten Auflage, also mit den vielen vielfach kolportierten Bausatzfehlern, den ich eigentlich hauptsächlich wegen seiner Werkzeuge und der Kommandantenkuppel erworben habe, um einige Panzer III Bausätze von Cyber-Hobby aufzufetten.



Nun lag also schon seit einiger Zeit dieser komplexe Dragon Panzer IV Ausf.E Bausatz bei mir herum und ich dachte mir, was man mit den vielen Panzer IV spezifischen Bauteilen noch so alles anfangen könnte.
Nachdem ich aktuell keine Zeit und Nerven für die Lackierung meines Sdkfz 221 und Saurer RK7 habe, trotzdem aber was zum Entspannen (= Modellbau) suchte, dachte ich einen dieser PzIV Ausf. G zu bauen.
Nun wäre es am einfachsten gewesen den DRAGON Bausatz Nr. 6363 „Panzer IV Ausf. G LAH Division Kharkov 1943“ zu kaufen, da damit diese vom DAK eingesetzten Panzer IV Ausf.G aus der Schachtel bau bar sind. Allerdings habe ich lange Zeit keinen (weder bei ebay noch bei den verschiedenen Modellbauhändlern) gefunden, und dann wären ja noch immer die vielen Teile meines Dragon Panzer IV Ausf.E „3in1“ Bausatz übrig.
Was ich fand war ein Panzer IV Ausf. H „Early Version“ von Tamiya, den scheinbar keiner richtig wollte, andernfalls hätte ich ihn nicht für 13 Euro erwerben können.



Eine genaue Analyse der Bauteile ergab, das mit Teilen aus dem Dragon Ausf. E Bausatz eine Rückrüstung zur Ausf. G möglich wäre: Änderung des Turmdaches, der Kommandantenkuppel, der Seitenvorgelege, und noch so ein paar Details, Fertig.
Und da ja Tamyia´s Modelle als einfach zu bauen bekannt sind, dachte ich mir dass Ganze könnte auch noch eine schnelle Sache werden.

Im Nachhinein betrachtet wäre der Dragon Bausatz Panzer IV Ausf. G LAH wesentlich einfacher und vor allem viel schneller zu bauen gewesen. Von den gleichen, (bzw. inkl. Friul Ketten höheren) Gesamtkosten ganz zu schweigen.

Zu Tamiya´s Panzer IV Ausf. H hat Steffen hier „TAMIYA 35209 Panzerkampfwagen IV Ausf.H Sd.Kfz.161/1 early Version“ eine Zusammenfassung geschrieben.

Zur historischen Dokumentation diente mir „Achtung Panzer, Nr. 3“ sowie das Internet. Leider war es mir nicht möglich die von mir favorisierte Ausgabe No4. von Panzer Tracts zu erwerben.

Wenn ich meine Hausaufgaben richtig gemacht habe, dann handelt es sich bei den in „Unter der glühenden Sonne Afrikas“ abgebildeten Panzer IV um jene Ausf.G, die zumindest ab Sept.1942 gebaut wurden, da sie neben den fehlenden seitlichen Turmsehklappen, und nur mehr einer Sichtöffnung an der Turmvorderseite, auch keine Signalklappen mehr in der Fahrer- und Funkerluke zeigen.
Die beiden Fotos sind mit „Rückmarsch von El Alamein, im Nov. 1942“ sowie mit „Techn. Halt an der tun. Grenze“ (= somit Januar 1943) angegeben, daher denke ich das zumindest einer der beiden gezeigten Panzer IV Ausf. G. aus der Sept. 42 Produktion stammen muß, denn angesichts der bereits vor der zweiten El Alamein-Schlacht extrem angespannten Versorgungslage des DAK, denke ich dass es doch einige Wochen gedauert haben muß, bis ein neuer, im September 42 gebauter, Panzer IV in Ägypten eingelangt sein kann. Wenn nun eine der Aufnahmen mit „Nov.1942“ datiert ist, die Merkmale des abgebildeten Panzers IV auf Produktion ab September hindeuten, dann halte ich es für unwahrscheinlich, dass ein im Okt. gebauter Panzer IV schon im Nov. nach Ägypten gelangt sein kann. Das bedeutet, dass am Motorheck der ab Okt. 1942 eingebaute Verschluß für den Kühlwasseraustausch an meinem Modell noch nichts zu suchen hat. Wie gesagt, wenn ich meine Hausaufgaben richtig gemacht habe.

Im Folgenden nun meine Interpretation eines Panzer IV Ausf. G, Produktionsmonat September 1942, auf Basis des Tamiya Panzer IV Ausf. H „Early Version“ zur „Endabnahme“, vor der Lackierung, durch die hier im Forum versammelten Spezialisten.
Alle beigen Teile stammen von Tamiya, die grauen von Dragon und die weißen Teile sind aus Evergreen Material. Geschützrohr und Antenne von RB-Model, die Kette kommt von Friul. Die Ätzteile stammen von Eduard, Lion-Roar und Griffin-Model. Im Wissen um meine begrenzten Fähigkeiten im Umgang damit, habe ich versucht so wenige Ätzteile wie möglich zu verwenden und diese, wo es geht durch Plastikmaterial zu ersetzen.

















Details:

Um aus Tamiya´s Panzer IV Ausf. H „Early Version“ eine Ausf. G der Produktion „Sept. 1942“ zu machen sind natürlich etliche Modifikationen nötig. Hinzu kommt, dass der Tamiya Bausatz zwar für sein Herstellungsjahr 1994 eine akzeptable, aber nicht unbedingt überragende Detaillierung aufweist, insbesondere im Vergleich zu den aktuellen Dragon Smart-Kits, und daß er auch einige Fehler bzw. Probleme bei der Passgenauigkeit hat.
Da ich mittlerweile auch über einen Dragon Panzer IV Ausf. F1 Smart Kit verfüge (der ja in vielen Teilen gleich ist mit dem Panzer IV Ausf. G LAH 6363), kann ich diesbezüglich beide Bausätze vergleichen.


Wanne:

Die Seitenvorgelege des Tamiya Bausatzes habe ich gegen die aus dem Dragon Panzer IV Ausf. E Bausatz getauscht. Um daran die (für die Ausf. G korrekten) Tamiya Antriebsräder montieren zu können, habe ich die Lagerzapfen von den Tamiya Seitenvorgelegen abgetrennt und mit denen des Dragon Bausatzes verbunden. Wichtig ist dabei die gleiche Gesamtbreite wie bei den Tamiya Originalteilen zu erzielen, sonst stehen die Antriebsräder zu weit raus.



Puristen werden auf den Fotos einige Dinge auffallen: Die Anschlagspuffer für die Rollenwagen ragen über die Befestigung der Rollenwagen hinaus. Tatsächlich sind die Anschlagpuffer des Dragon Bausatzes der ersten Auflage zu groß (= zu hoch). Da sie aber deutlich besser detailliert sind als die von Tamiya habe ich diesen Fehler in Kauf genommen. Und das Seitenvorgelege steht etwas steiler als am Original, eine Folge der zu hohen Anschlagpuffer.

Den umfangreichsten Umbau erforderte die Integration der wunderschön detailierten Kettenabdeckungen von Dragon an der Tamiya Unterwanne.



Da die Kettenabdeckungen beim Tamiya Bausatz in der Oberwanne integriert sind ist hier umfangreiches Sägen angesagt. Meinem Gefühl (und den Maßstabszeichnungen in „Achtung Panzer“) nach, ist die Oberwanne von Tamyia um 1 mm zu hoch. Bemerkt habe ich das erst, als ich in die Tamiya Wanne jene Ausnehmung gefeilt hatte, die Dragon in seiner Wanne dafür vorsieht um die Kettenabdeckungen zu fixieren. Als ich dann die Kettenbleche trocken angepasst habe, war der Abstand zwischen Antriebsräder/Stützrollen und Kettenblechunterseite zu gering, es wäre also zu wenig Freiraum für die Kette übrig geblieben. Also die 1mm hohe Ausnehmung wieder mit Plastikmaterial verschlossen, alle schön verspachtelt und verschliffen und 1 mm von der Oberwanne weg geschliffen. Ich sagte es ja schon, es wäre einfacher und schneller gewesen den Dragon Smart Kit 6363 zu verwenden…

Die Abdeckplatte für das Getriebe ist im Tamiya Bausatz mit einer Verzapfung der Wannenseiten versehen, die eigentlich erst ab der Ausf. J (bzw. sehr späten Ausf. H?) zum Einsatz kam. Scheint so dass sich Tamiya da eine neue Form ersparen wollte. Ich habe diese Verzapfungen verspachtelt.



Die Wartungsklappen der Lenkbremsen sind bei Tamiya entweder zu klein, oder deren Öffnungen in der Getriebeabdeckung sind zu groß. In jedem Fall ist der sich ergebende Spalt zu prominent. Hinzu kommt, dass die Klappen nach innen konisch zulaufende Auflageflächen haben, was keine eindeutige Klebe (bzw. Fixier)flächen ergibt. Etwas zu viel Kleber an einer Stelle und er füllt den entstehenden Spalt unregelmäßig, was mir natürlich prompt passiert ist. Ich habe daher die verbleibenden (ohnehin zu großen) Spalten gleich ganz mit Kleber verfüllt, ich hoffe dass das nach dem Lackierung zumindest Einigermassen akzeptabel aussieht.

Als Hinweis: Die wenigen, vorhandenen Schweißnähte am Tamiya Bausatz sind versenkt dargestellt, während sie am Original etwas erhaben waren, da heißt, es waren alle vorhandenen zu überarbeiten und die vielen Fehlenden zu ergänzen.

Für die Puristen: Der Notek-Scheinwerfer ist um ca. 1-1,5 mm zu weit hinten montiert, was daher Auswirkungen auf die Positionen des in dessen Umfeld angeordneten Werkzeuges hat. Aus „Achtung Panzer“ ist keine genaue Position des Scheinwerfers abzulesen, daher der Fehler.

Um die typische raue Oberfläche der deutschen Panzerplatten zu erzeugen, habe ich die (meisten) Flächen mit Humbrol Flüssigkleber bestrichen, diese Flächen mit einem steifen Pinsel betupft um so eine raue Oberfläche zu erzeugen und anschließend leicht überschliffen. Mal sehen wie das nach dem Lackieren wirkt.


Meine Originalvorlage ist bereits mit den verschweißten 30 mm Zusatzpanzerungen am Wannenvorderteil und der Fahrerfront versehen, daher habe ich an den Tamiya Bausatzteilen die Schraubenköpfe für die geschraubte Zusatzpanzerung entfernt, alles plan geschliffen, die Zusatzpanzerungen verklebt und die dafür erforderlichen Schweißnähte aus gezogenen Giessästen (Grau) bzw. aus Evergreen 0,5 mm Rundmaterial (Weiß erstellt.



Die am Wannenbug befestigten Ersatzkettenglieder stammen von Tristar. An sich wollte ich für dieses Modell den Tristar Kettensatz „Pz III/IV 40 cm Mid.Version workable Tracklinks“ verwenden, aber die Kettenglieder in meinem Zubehörsatz sind mit so viel Gussgraten versehen, dass ich mich für Ketten von Friul entschieden habe und nur die wenigen Ersatzkettengleider aus dem Tristar Satz verwende, schon deren Versäuberung war reichlich Zeitaufwendig und wenig motivierend.


Für Interessierte: Die Hebehaken am Turm und an der Wanne stammen von Tiger Models Design.



Das hervorragend detaillierte „MG34 mit Panzermantel“ des Funkers kommt vom russischen Hersteller „Tank“

Soweit mal der erste Teil.

#2 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Keyvan 03.05.2013 16:04

Wow echt sauberer Bau, beeindruckend!

#3 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Steffen 03.05.2013 16:45

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Wieder einmal ein Leckerbissen. Mehr braucht man eigentlich spontan kaum zu kommentieren. Eigentlich ...

Zitat von trex im Beitrag #1
(...) sind die Anschlagpuffer des Dragon Bausatzes der ersten Auflage zu groß (= zu hoch). Da sie aber deutlich besser detailliert sind als die von Tamiya habe ich diesen Fehler in Kauf genommen. Und das Seitenvorgelege steht etwas steiler als am Original, eine Folge der zu hohen Anschlagpuffer.
Hast du zufällig das TRISTAR 042 "Pz.IV Running Gear Set 2" in deinem Bestand ? Da müßte ein Set korrekter Anschläge drin sein.

Zitat von trex im Beitrag #1
Meinem Gefühl (und den Maßstabszeichnungen in „Achtung Panzer“) nach, ist die Oberwanne von Tamyia um 1 mm zu hoch.
Interessant. Das wußte ich noch nicht. Danke dir für die Info. Ich hab mich bislang kaum mit dem Pz.IV beschäftigt und habe da nur den Spielberger Panzer IV Band, New Vanguard "Panzerkampfwagen IV Ausf.G, H und J" , Squadron/Signal "Panzer IV", Squadron/Signal "PzKpfw IV in action" sowie Waffen-Arsenal "Die Panzer IV Familie" im Bestand.

#4 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Halbkette 03.05.2013 21:05

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was soll man da noch sagen, ausser, ......
nu mach ma Farbe druff, sonst komm ich ausm Staunen garnicht mehr raus,
was ein geiler Umbau, RESPEKT für die Arbeit.

#5 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von carbon 03.05.2013 21:21

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Was für ein BB..................................


#6 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von trex 04.05.2013 06:37

@ Keyvan, Marco, Matze
Danke.


@ Steffen,

Danke für den Tipp, aber ich habe mittlerweile bei einer Sockelshop „Routinebestellung“ sogar diese Anschläge http://www.dersockelshop.de/detail/index...4/sCategory/586 mitgeordert, weil man ja nie weiß wofür man die mal brauchen kann….

Aber ich wollte Anfangs nur mit den Teilen Arbeiten, die in den beiden Bausätzen vorhanden sind. Auch wollte ich einen möglichst „einfachen“ Umbau machen, sozusagen zur Entspannung, nach der (zeit)aufwendigen Korrektur meines Sd.Kfz 221 von Bronco.
Erst als ich festgestellt wie wenig detailliert der mir als Basis dienende Tamiya Bausatz ist, hat mich der uns beiden wohlbekannte Detaillierungswahn überfallen, nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“ und da waren diese Anschläge schon hervorragend verklebt. Sie jetzt zu ersetzen würde umfangreiche „Renovierungsarbeiten“ nach sich ziehen.

Bezüglich der zu hohen Oberwanne: Diese fällt nicht auf, wenn Du den Tamiya Panzer IV, egal ich welcher Version, baust, weil da alles „zusammenpasst“. Sobald man aber Teile anderer Hersteller integriert, in dem Fall die Kettenbleche von Dragon, werden auch kleine Maßunterscheide auffällig.



Wannenheck:

Die nächsten massiven Umbauten sind am Wannenheck erforderlich.



Neben einer kompletten Überarbeitung der Auspuffanlagen für Motor und DKW-Hilfsmotor, sowie deren Detaillierung, dem Erstellen fehlender Schweißnähte ( teils aus Milliput und Giessästen) und fehlender Schraubenköpfe, habe ich die Lagerung der Leiträder auf die für die Ausf. G passende Version des Dragon Ausf. E Bausatzes umgebaut. Dazu ist wieder viel „Schnitzarbeit“ erforderlich, weil bei Tamiya die Leitradlagerung an der Heckplatte angegossen ist.
Die Leitradlagerung habe ich dabei so modifiziert, dass die (für die Ausf. G) korrekten Tamiya Leiträder mit ihren Poly-caps montiert werden können. Die Leitradlagerung habe ich dabei wie beim Original drehbar gestaltet um später die Friul Ketten bei Bedarf zusätzlich spannen zu können



Die auf Fotos von Museumsfahrzeugen und an den Dragon Smart-Kits zu findenden und im Tamiya Bausatz fehlenden Nieten und Schrauben an der Verbindung Wannenheck/Wannenboden habe ich ebenfalls erstellt, wobei ich beim besten Willen nicht verstehe warum die untere Verstärkung für die Zugöse am Wannenboden genietet und zum Teil am Wannenheck verschweißt war und nicht entweder alles nur genietet oder nur verschweißt wurde.

Die Kettenabdeckungen erhielten die beim Abtrennen der originalen Tamiya Teile verloren gegangenen Befestigungsleisten an der Wannenseite, inkl. deren fehlenden Schweißnähte, die ich mit Milliput erzeugt habe.



Rechts wurde anstatt der Halterung für die beiden Laufrollen, die auf dem Foto des Originals zu sehenden Halterung für 6x20 Liter Kanister nachgebaut. Dafür habe ich am Motordeck jeweils rechts und links einen der Laufrollenhalter aus dem Dragon Bausatz verklebt.


Turm:

Der sitzt am Tamiya Modell extrem lose und ohne sichtbaren Spalt auf dem Wannendach auf, d.h. die beiden Führungsfinger haben zu wenig Spannung im Wannendach und auf Fotos sieht man auch das zwischen Turmboden und Wannendach doch ein, wenn auch nur kleiner, aber zumindest erkennbarer Spalt ist, der sich bei der Tamiya Lösung nicht ergibt.



Um das zu korrigieren, habe ich den Turmunterteil mit einem 0,25 mm dicken Kreisausschnitt versehen und die beiden Fixierfinger mit 0,4 mm Plastikkarte aufgefüttert. Jetzt sitzt der Turm stramm und mit erkennbarem Spalt auf dem Wannendach. Und erst jetzt lässt sich auch der Turm drehen, ohne mit seinen unteren Vorderkanten (die ich wie beim Original etwas angeschrägt habe) an der am Wannendach angebrachten Geschoßabweiserleiste zu streifen.

Der Hauptgrund warum ich den Tamiya Panzer IV überhaupt als Basis für diesen Umbau verwenden konnte liegt für mich darin, dass er ein separates Turmdach hat. Somit ist der Umbau auf eine Ausf. G (oder auch F2) einfach(er) möglich.



Das Turmdach habe ich aus einer 0,75 mm Evergreen Platte ausgeschnitten. Dazu einfach das Bausatzteil von Tamiya auflegen, Anzeichen, Ausschneiden, Zufeilen/Einpassen, Fertig.
Für den charakteristischen Knick im Turmdach vor der Signalklappe, habe ich es innen in dem Bereich mittels Messer eingeritzt und entsprechend gebogen. Für die von einem alten Revell Panzer III Ausf. M, Flammpanzer stammende Kommandantenkuppel habe ich anschließend einen entsprechenden Kreisausschnitt im Turmdach erstellt.
Der Turmlüfter stammt aus dem Dragon Panzer IV Ausf. E Bausatz, die Signalklappe ist in jedem Panzer III „Smart Kit“ vorhanden und dort meist als „nicht zu verwenden“ markiert, also ein „Überbleibsel“.
Die auch am Tamiya Bausatz fehlenden versenkten Schrauben im Turmdach habe ich nachgraviert, als Vorlage dafür diente mir der Dragon Panzer IV Ausf. F1 Smart Kit, sowie Aufnahmen von Museumsfahrzeugen.

Wiederum als Hinweis für die Puristen: Trotz Versuch so genau als möglich diese Löcher mit dem Bleistift zu markieren habe ich (wie wäre es auch anders zu erwarten) beim Gravieren doch einige „erkennbare“ Abweichungen erreicht.
Und, die von mir verbauten Periskope in der Kommandantenkuppel sind Falsch.
Die stammen aus dem Resin Bausatz der späten Kommandantenkuppel Pz III/IV vom russischen Hersteller „Tank“ (der bei mir zerstört ankam) und sind eine (bis auf die fehlenden Klarsichteile) exakte Kopie des Dragon Teils, wie er auch in den Bausätzen des Panzer IV Ausf. E und E Vorpanzer zu finden ist.
Leider hat da bereits Dragon einen Bock geschossen, den somit Tank 1:1 kopiert hat. Die inneren Periskopdetails sind nur Richtig für die „frühe“ Kommandantenkuppel, also bis zum Panzer IV Ausf. D, haben also in der „späten“ nichts verloren. Erst bei deren Panzer III/IV Smart-Kit´s ist das von Dragon korrigiert worden.
Ich hab das wieder mal zu spät bemerkt…


Tamiya hat die Schweißnaht zwischen Walzenblende und Rücklaufgehäuse zwar dargestellt, will man die beiden verkleben, bleibt ein ca. 0,5 mm breiter, in jedem Fall deutlich sichtbarer, Spalt.



Um diesen zu verschließen habe ich die Bausatzschweißnaht mit Flüssigkleber aufgeweicht und das Plastikmaterial so geformt, dass der umlaufende Spalt verschlossen wird.
Hinweis: Die ab der Ausf. H. über der Öffnung des Turmzielfernrohres angebrachte Regenleiste gehört für die Ausf. G entfernt.

Seitliche Einstiegsluken:

Auch hier ist der Tamiya Bausatz nicht so präzise wie es seinem Ruf entspricht. Die beiden Hälften der seitlichen Einstiegsluken sind etwas zu schmal. Im Original überlappt die vordere Luke die hintere. Montiert man die Tamiya Luken in dieser Weise, dann verlaufen die Lagerungen der seitlichen Lukenhälften nicht mehr in einer Linie mit Ihren am Turm angebrachten Gegenlagern. Ich habe mich, vertrauend auf die Passgenauigkeit der Tamiya Bausätze, nur auf die vertikale, mittige Ausrichtung der Lukenlager konzentriert, nicht weiter aufgepasst und erst nach dem Aushärten des Klebers bemerkt, dass die vordere Luke die hintere nicht überlappt, sodass ich einen deutlichen Spalt erzeugt habe.



Um das zu Beheben musste ich einen 0,5 mm breiten Plastikstreifen an jedem der vorderen Lukenhälften ankleben, verspachteln und diesen dann vorsichtig mit der Luke plan verschleifen. Das alles in eingebautem Zustand, ohne dabei die Details der Luken zu beschädigen.
Wie schon gesagt, es wäre einfacher und schneller gewesen den Dragon Smart Kit 6363 zu verwenden…

Die Turmstaukiste wurde ebenfalls überarbeitet.



Unklarheit besteht für mich bezüglich der Antennenschutzleisten aus Holz, am unteren Rand der Staukiste.
Auf meine beiden Vorlagen Fotos ist dieses Detail der Staukiste nicht zu erkennen.

Originale Einsatzfotos zeigen Panzer IV Ausf. G sowohl mit, als auch ohne die Holzleisten. Gibt’s dazu eine Regel, bzw. Infos ?

Soweit der bisherige Stand der Dinge.

mfg, Erich

#7 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Panzer-Ass 05.05.2013 10:49

Servus Erich

also so viel liebe zum Detail ist wirklich beeindruckend. Einen tollen Baubericht servierst du hier. Kann man sich das ein oder andere noch abschauen.

#8 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Steffen 05.05.2013 10:57

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Zitat von trex im Beitrag #6
Originale Einsatzfotos zeigen Panzer IV Ausf. G sowohl mit, als auch ohne die Holzleisten. Gibt’s dazu eine Regel, bzw. Infos ?

Hast du in einer deiner Quellen Bilder, welche die Holzleisten eindeutig nicht zeigen ?
Schriftliche Infos dazu habe ich in meinen Quellen nicht finden können.
Jedoch lassen sich u.A. in New Vanguard "Panzerkampfwagen IV Ausf.G, H und J" (Autoren Hilary Doyle & Thomas Jentz) zahlreiche gute Aufnahmen von Ausf.F2 und Ausf.G finden, welche stets die Holzleisten zeigen. Darunter sind eine Ausf.F2, gefertigt April 1942 bei Krupp-Gruson (Seite 4) und eine Ausf.G, gefertigt bei VOMAG im September 1942 (Seiten 8 & 9). Beim Krupp-Gruson Fahrzeug kann man die Holzleisten sehr gut sehen, bei dem VOMAG Fahrzeug sind die oberen Holzleisten gut erkennbar, die unteren jedoch erst auf den 2. Blick.
In Squadron/Signal "PzKpfw IV in action" sind auf Seite 30 oben zwei Bilder, auf denen man die oben angebrachten Holzleisten recht gut, die unteren jedoch gerade noch so erkennen kann (Ursache vermutlich Blickwinkel & Lichteinfall).
So kam mir die Vermutung, dass man die Holzleisten eventuell aufgrund der Bildqualität nicht sehen könnte.

#9 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Sebastian 07.05.2013 14:55

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Sehr toller Bau Bernd, ich bin begeistert!!! Deine BB´s sind immer wieder äußerst eindrucksvoll

#10 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von trex 07.05.2013 16:33

@ Sebastian, Danke.

@ Steffen,
Danke für Deine Hinweise und insbesondere den Tip die Fotos nochmals genau zu betrachten. Tatsächlich zeigt die zweite Aufnahme des PzIV G an der tunesichen Grenze die Holzleisten. Man muß aber sehr genau schauen und wissen wonach man zu suchen hat.
Werde die also noch "Anbringen".

#11 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von FBT 07.05.2013 19:05

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Hallo trex.

Meine Hochachtung für Deine Fähigkeiten beim Modellbau und die gewissenhafte Recherche.

Du solltest noch die Vertiefungen bei den Blattfedern hinter den Laufrollen 1,3,5 und 7 verschliessen bzw. ausfüllen. Auch wenn man es evtl. nach der Anbringung der Laufrollen nicht mehr sieht...

#12 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Steffen 07.05.2013 20:04

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Das kann er sich ersparen, mit Laufrollen und aufgezogenen Ketten kann man da nicht mehr einsehen.

#13 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von trex 08.05.2013 06:56

Also die Hohlräume an der Innenseite an allen Laufrollenwagen habe ich mit Milliput verschlossen, die sieht man (z.B. hier auf dem Foto die weiße Füllung in den beiden Armen der Laufrollenwagen rechts und links)



Bei den äußeren habe ich mir das tatsächlich deshalb erspart weil man sie bei montierten Laufrollen nicht mehr sehen würde, außer bei einem Wettbewerb, aber dafür hätte ich Steffens Rat befolgt und die feinen Aufhängungs-Teile von Tristar verbaut.

Aber in jedem Fall Danke für den Hinweis.

#14 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von trex 09.05.2013 08:24

So,
um etwas Abwechslung beim Zusammenbau der Friuls zu erzielen, habe ich die Holzleisten am Turmstaukasten nachgerüstet.



Fortsetzung folgt....

#15 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Steffen 09.05.2013 13:01

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Sieht Klasse aus, die Turmstaukiste. Gar kein Vergleich zum originalen detailarmen Bausatzteil.

#16 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Steffen 04.09.2013 13:16

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@trex
Erich mein Guter, hast du zwischenzeitlich Zeit & Muße gehabt, um an diesem faszinierenden Bau etwas weiter zu machen ? Dein IV G begeistert mich nach wie vor.

#17 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von trex 05.09.2013 07:07

Hallo Steffen,

Ja, hatte zumindest die Muße den PzIV fertig zu stellen.
Habe Gestern Abend noch ein paar Fotos gemacht, aber gerade jetzt am Computer gesehen, daß die farblich nicht so rüberkommen wie in natura.
Werde Heute nochmals welche machen.

mfg, Erich

#18 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Steffen 05.09.2013 15:40

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Super ! Freue mich ehrlich auf neue Bilder.

#19 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von Dominic 05.09.2013 16:14

Hallo Trex,

habe deinen wunderschönen Baubericht erst jetzt entdeckt.

Ich muss echt sagen, was du hier auf die Beine stellst sieht einfach großartig aus. Ein Bau auf höchstem Niveau.

Besonders gut gefällt mir die Gusstruktur an der Kommandantenkuppel und die Schweißnähte. Darf ich fragen mit welchem Klebstoff du das Plastik aufweichst bevor du die Struktur einarbeitest?

Auf den Bildern sieht es allerdings so aus, als wären die beiden mit Plastiksheet ausgebesserten Stellen an den Geschossabweisern(?) vor der Fahrer- und Funkerluke unsauber oder gar nicht verschliffen/ angeglichen worden. Gehst du da nochmal ran oder täuschen da die Bilder?

Ich freue mich auf die Lackierung!

#20 RE: Panzerkampfwagen IV Ausf. G DAK – Resteverwertung auf Tamiya Basis von trex 06.09.2013 07:25

Anbei die Bilder vom fertigen Modell.









So ganz begeistern mich meinen Fotos nicht, die kommen etwas zu gelbstichig rüber, deshalb habe ich hier einen (Foto)Vergleich mit meinen ebenfalls fast fertigen Sd.Kfz 221 ( in RAL8000/RAL7008) gemacht.
Beide Modelle ziemlich gleichartig mit AK „Africa Dust“ verstaubt.
Das RAL8020 (=Revel 17) am PzIV ist bei Tageslicht deutlich rosa-stichiger als auf den Fotos.



Ich denke ich werd nochmals neue Fotos unter anderen Lichverhältnissen machen.


Zitat von Panzerlackierer im Beitrag #19

Besonders gut gefällt mir die Gusstruktur an der Kommandantenkuppel und die Schweißnähte. Darf ich fragen mit welchem Klebstoff du das Plastik aufweichst bevor du die Struktur einarbeitest?

Auf den Bildern sieht es allerdings so aus, als wären die beiden mit Plastiksheet ausgebesserten Stellen an den Geschossabweisern(?) vor der Fahrer- und Funkerluke unsauber oder gar nicht verschliffen/ angeglichen worden. Gehst du da nochmal ran oder täuschen da die Bilder?

Ich freue mich auf die Lackierung!




Hallo Dominic,

Die Kommandantekuppel wurde mit Mr.Surfacer 500 bestrichen und dann mit einem steifen Pinsel betupft.
Die gewalzten Panzerplatten habe ich mit Humbrol-Flüssigkleber bestrichen (weil der nicht zu schnell verdunstet) und ebenfalls mit einem steifen Pinsel betupft um etwas „Rauheit“ zu simulieren.
Steffen hat in einem seiner vielen Sherman-Bauberichte eine ziemlich genaue Anleitung gegeben, find den nur grad nicht.
Aufpassen muß man nur was man darstellen möchte: Walzstahl Oberfläche oder grobe Gußstruktur, danach richtet sich wie viel Kleber man nimmt und wie lange einwirken lässt.
Bzw. überschleift man dann das zu viel mit Schmirgelpapier, um dann die gewünschte Rauhigkeit zu erzeugen.
Man könnte aber auch dafür Mr.Surfacer 500 (oder ähnliches) nehmen.


Auf den Geschoßabweisern vor den beiden Luken ist jeweils in der Mitte eine Erhebung angebracht, auf der die Luke aufliegen soll.
S.h. z.b. hier:
http://data3.primeportal.net/tanks/dmitr...iv_79_of_97.jpg
Quelle: prime portal

Ob dieses Auflager aufgeschweißtes Metall oder sonst wie befestigter Gummi ist, mögen hier die Experten beantworten. Auf alle Fälle muß ich da noch etwas Abrieb am Modell anbringen. Somit Danke, daß Du mich an die Stelle erinnert hast.

Mit freundlichen Grüßen, Erich

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