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#1 Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 27.09.2012 07:03

Ich habe bei meinem Sd.Kfz 254 eine Baupause eingelegt, da Nuts&Bolts eine überarbeitete Ausgabe
des entsprechenden Band 15 für Mitte September angekündigt hatte. Nachdem ich aktuell den Motorraum fertig habe und im Innenraum angelangt bin, möchte ich abwarten ob sich in dieser überarbeiteten Ausgabe neue Fotos dafür finden.

Deshalb habe ich mit der Modellreihe angefangen, die ich ursprünglichen Bauen wollte, den Sd.Kfz 221/222/223. Quasi eine Trilogie, die aktuell aber eher in eine Tragödie ausartet.

Als erstes also das Sd.Kfz 221 von Bronco



in der Form des Bausatzes „Sd.Kfz 221 Leichter Panzerspähwagen (s.Pz.B.41)“, womit ein Modell der 3. (Bau)Serie, produziert zwischen Juni 1939 bis August 1940, dargestellt werden können sollte.

Wohlgemerkt Sollte, denn was Bronco mit seinen 221 er Modellen da anbietet ist zu einem erheblichen Teil pure Fiktion, wurde so im wirklichen Leben nie produziert, und ist somit also einfach nur FALSCH, was angesichts eines Preises, der je nach Bezugsquelle zwischen 40-50 Euro liegt, eine ziemliche Frechheit ist. Zumal sich so ziemlich alle Fehler durch einfachste Recherche im Internet hätten vermeiden lassen können.

In jedem Fall ist ein erheblicher Aufwand nötig um dieses Modell (zumindest in groben Zügen) in die annähernd korrekte Replik eines Sd.Kfz 221, 3 Bauserie, zu verwandeln.

Ich habe ursprünglich diesen Bausatz gewählt, weil darin 2 MG-Türme enthalten sind, einen davon wollte ich später für ein Sd.Kfz 223, auf Basis des Sd.Kfz 222 von Tristar verwenden, was aber angesichts der falschen Form sinnlos ist, aber dazu mehr im weiteren Baubericht.

Zu Vorbereitung habe ich natürlich alle im Netz, sowie in div. Modellbaumagazinen verfügbaren deutsch- und englischsprachigen Infos zu den Bronco Sd.Kfz 221-Bausätzen gelesen und bin daher ziemlich verblüfft, wie all die bekannten Modellbauer(Namen) diesen Bausätzen in schöner Regelmäßigkeit eine gute Detailierung bescheinigen konnten und können, ohne dass irgendwo auch nur einer jener Fehler aufgelistet worden wäre, die mich die Frage stellen lassen, nach welchen Gesichtspunkten werden derartige Medienberichte nun eigentlich erstellt.
Denn die vorbereitende Recherche die ich zu einem Modell anstelle, ergibt, dass die meisten der offenkundigsten Fehler an diesen Bausätze einfach im Netz zu recherchieren gewesen wären. Das Studium der aktuellen Ausgabe 13-1 von Panzer Tracts und die daraus resultierenden Erkenntnisse dabei noch gar nicht miteinbezogen.

Es ist schon merkwürdig, wie sich die Modellbau-Szene bei Panther, Tiger, Sherman und Co. an jeder einzelnen Niete aufhängen kann. Sie aber die vielen Fehler an den am Markt verfügbaren Modellen der Sd.Kfz 221/222/223 Baureihen insgesamt, und bie der Bronco Modelle im Besonderen, bisher konsequent übersehen hat.

Das Bronco so viele Fehler an seinem Modell verwirklicht hat, liegt meiner Ansicht nach daran, dass man in China das Resinmodel des Sd.Kfz 221 von Sovereign 2000, inkl. dessen Fehler, „kopiert“ hat. Vergleicht man die Sovereign Bauanleitung (s.h. hier: http://www.sovereign2000.uk.com/plans/S2KV008-221plans.pdf)
mit den Bauteilen von Bronco, kann man ganz eindeutig erkennen dass zum Teil ganze Baugruppen bei beiden Modellen, inkl. deren Fehler, gleich sind. Nachdem Sovereign aber sein Sd.Kfz 221 (übrigens bereits in überarbeiteter Form) 2003 präsentiert hat, Bronco aber erst 2008, dürfte klar sein wer, wen kopiert hat.

Modellbauern, die sich mehr fürs Abkratzen von Farbe (=Chipping) und/oder Lackieren von Schatten (= colour modulation) interessieren, als für die Korrektheit des Modells, empfehle ich meinen thread nunmehr zu verlassen um Ihnen Langeweile zu ersparen.
Alle Anderen lade ich ein in die Tiefen der deutschen Sd.Kfz. 221-261 er Serie einzutauchen.


Die Leichten Panzerspäh(funk)wagen der Baureihen Sd:kfz 221/222/223/260/261

Bei kaum einem Fahrzeugsystem der Wehrmacht wird soviel fehl interpretiert wie bei den Sd.Kfz 221/222/223/260/261.

Daher im Folgenden ein kurzer Abriss zur „Schnellidentifikation“ der einzelnen Versionen und Baulose, insbesondere im Hinblick auf die am Markt verfügbaren Modelle. Da das Ganze höchst umfangreich werden wird, konzentriere ich mich im Weiteren primär auf das Sd.Kfz 221. Auf Wunsch kann ich auch gerne auf die anderen Typen (in einem eigenen Thread ?) eingehen.

Fahrgestelle:

Grundsätzlich basieren alle Sd.Kfz 221-261 auf dem Fahrgestell Horch 801des „schweren Einheits Pkw“
Davon gab es 2 Versionen, den Fahrgestell Typ 801 und 801v (verstärkt), die auch die Bezeichnungen Ausf. „A“ und „B“ führen.

Etwas „unübersichtlich“ ist dabei der Produktionszeitraum der Fahrgestelle:
1429 Fgst Horch 801 wurden von April 1935 bis Ende (je nach Quelle Sept. bzw. Dez.) 1941 gebaut
991 Fgst Horch 801v wurden von Jänner 1942 bis April 1943 gebaut

Im Gegensatz zum schweren Einheits-Pkw war bei den für gepanzerte Fahrzeuge vorgesehenen Einheitsfahrgestellen der Motor im Fahrzeugheck angeordnet.
Als Motor diente ein wassergekühlter 3,5 Liter Horch V-8 Benzinmotor mit 75 PS bei der Version „A“ (Horch Fgst. 801) bzw. 3,8 Liter Horch V-8 Benzinmotor mit 90 PS bei der Version „B“ (Horch Fgst. 801v).

Die einfachste Möglichkeit um die beiden Versionen auseinander zuhalten ist ein Blick auf die Position der Winker:

Alle Sd.Kfz der Baureihen 221/222/223/260/261 mit den Winkern an der Wannenoberseite, verwenden das Fgst. Horch 801 (Typ „A“), alle Sd.Kfz der Baureihen 222/223/260/261 mit den Winkern auf den vorderen Kotflügeln verwenden das Fgst. Horch 801v (Typ „B“).

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die unterschiedlichen Radaufhängungen.
Das Fgst. Horch 801 verwendete Doppelquerlenker mit außerhalb der Schraubenfedern liegenden Hebelstoßdämpfern, insgesamt 8 Stück.


Quelle: http://the.shadock.free.fr/Tanks_in_France/museum_roscoff

und hat die Lenkung für die Hinterachse hinter der Achse, unter dem Motor liegend, was hier deutlich zu sehen ist.


Quelle: http://the.shadock.free.fr/Tanks_in_France/museum_roscoff

Beim Fgst. Horch 801v wurde die Radaufhängung in der Form geändert (und insgesamt verstärkt), daß nunmehr innerhalb jeder Schraubenfeder ein Teleskopstoßdämpfer sitzt,

Quelle: Littlefield collection, http://svsm.org/gallery/Sdkfz222

und die (ebenfalls verstärkte) Hinterachslenkung wurde nun vor die Hinterachse verlegt (somit gleich wie beim schweren Einheits-Pkw)


Quelle: Littlefield collection

Insgesamt wurden am Fgst 801v Komponenten verstärkt und verbessert, meist Dinge die man außen (und daher am Modell) aber nicht sieht, wie z.B.:

Hydraulische anstatt mechanisch betätigter Bremsen
Zentralschmierung
Geändertes Schaltgetriebe

All jenen die an möglichst genauen und vielen Details dazu interessiert sind, empfehle ich das Studium der Panzer Tracts Bandes 13-1

Somit zum (Panzer)Aufbau des Sd.Kfz 221, das in 3 Serien gebaut wurde, alle davon auf dem Fgst. Horch 801:

1.Serie – gebaut von 1935 bis 1937, Kennzeichen: Fahrerfront mit einer mittig angeordneten klappbaren Sehklappe mit zwei Sehschlitzen, sowie je einer klappbaren Sehklappe mit einem Sehschlitz rechts und links , Drehturm mit je einem festen Sehschlitz mit Schutzglas pro Turmseite

2.Serie – gebaut von April bis 1Sept. 1938, Kennzeichen: Fahrerfront mir einer mittig angeordneten klappbaren Sehklappe mit zwei Sehschlitzen, sowie je einer klappbaren Sehklappe mit einem Sehschlitz rechts und links , Drehturm mit je zwei festen Sehschlitz mit Schutzglas pro Turmseite.

3.Serie – gebaut von Juni 1939 bis August 1940, Kennzeichen: Fahrerfront mit einer nach rechts versetzten klappbaren großen Einheitssehklappe, sowie je einer klappbaren kleinen Einheitssehklappe rechts und links , Drehturm mit je zwei gegossenen Einheitssehschlitzen mit Schutzglas pro Turmseite.

Besonderheit des Aufbaues des Sd.Kfz 221 im Vergleich zu den anderen Typen: Die Wannenseitenteile laufen innerhalb der beiden Rahmenlängsträger zusammen, ist somit „schlanker“ als bei den Sd.Kfz 222-261, die Wanne hat auch eine andere Seitenkontur und keine Stufe im Überhang Wanne/Motordeck.

Womit wir wieder beim von mir gewählten Bronco Modell wären, dass an sich ein Fahrzeug der 3. Serie darstellen Sollte, das so


Quelle: http://www.forosegundaguerra.com

ausgesehen hat, sich als Modell aber so darstellt:

Fahrwerk:

Bronco hat bei seinem Modell eine Aufhängung verwirklicht die den oberen Querlenker des Fgst 801 mit den der Federung und unterem Querlenker der Version 801v kombiniert. Also etwas was es so niemals gegeben hat und aus meiner Sicht der gravierendste Fehler an allen 3 Bronco Versionen ist und


Quelle: Bronco models

das sich bei meinem Modell nach massive Umbauten (+148 Einzelteile) mittlerweile so darstellt


Ich habe versucht auch die typischen Haltebänder, mit denen der Panzeraufbau am Rahmen gehalten wurde nachzubilden. Was aufgrund der falschen Kontur (Wannenseiten sollte innerhalb der Rahmenlängsträger zusammenlaufen, nicht wie am Modell außen) nicht ganz korrekt aussieht.




Bei den Sehklappen hat es sich Bronco besonders einfach gemacht. Um sich eine neue Oberwanne zu ersparen wurde einfach der (sehr) große Ausschnitt für die mittig an der Fahrerhfront angeordnete Sehklappe der frühen Versionen mit Broncos´s Version einer Einheitssehklappen verschlossen, der (Größen- und Konturen)Unterschied stellt sich im Modellvergleich so dar:



wobei oben die Klappen von Bronco liegen und darunter links die (annähernd korrekte) Seitenklappe von Hobby-Boss (Sd.Kfz 223/222) und unten rechts eine große Einheitssehklappe für den Fahrer, die in dem Fall von Dragon´s Sd.Kfz 253 stammt, wo gleich 4 Stück im Bausatz liegen und die fast exakt den Abmessungen des Originals entsprechen.
Und diese Fahrersehklappe war bei der 3.Serie nach rechts versetzt, was natürlich ebenfalls Änderungen an der Bronco Fahrerfront erfordert







Die Verriegelung der Klappen im Innenraum stammt wieder von Hobby-Boss, die Fahrersehklappe ist beweglich.



Das die Ober- und Unterwanne nur annähernd den tatsächlichen Konturen des reallen Fahrzeuges folgen ist am Modell kaum zu erkennen, die Form an sich ist recht gut getroffen. Trotz einiger Mass „Ungenauigkeiten“:
Im realen Leben bestehen alle Panzeraufbauten der Baureihen 221-261 die auf das Fgst Horch 801 montiert wurden aus zwei Teilen, die Trennung erfolgt ungefähr im hinteren Drittel des Aufbaues, dessen zwei Teile mittels Schraubflansch von innen zusammengehalten wird. Diesen Flansch im Innenraum hat Bronco zwar wiedergegeben, dafür außen eine (somit sinnlose) Schweißnaht gezogen, die entfernt werden sollte um anstatt dessen eine Trennfuge zu gravieren.

http://www.militarymodelling.com/sites/1...co35013_010.jpg
Quelle www.militarymodelling.com

Bei der 3.Bauserie wurde auch die Abdeckung über dem Kühler(verschluss) ohne Absenkung montiert, und einige Schraubenköpfe weggelassen, die beiden Änderungen sind rot markiert:



Soweit der aktuelle Stand meines Bauberichtes.
Ich denke bereits jetzt wird klar, dass bei Broncos`s Sd.Kfz 221, 3.Serie, Einiges erheblich, na sagen wir mal „überarbeitungsbedürftig“ ist.
Als nächste Baustelle kommt der Innenraum dran.

Mit freundlichen Grüßen, Erich

#2 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von FBT 27.09.2012 08:35

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Na da staunt der Laie.

Hab meinen aufgrund der weltweiten guten Kritik ohne weitere Recherche gebaut und war damit mehr als zufrieden. Blöd war lediglich die Positionierung der Panzerbüchse. Die von Dir aufgeführten Details sind mir bei meinen Bildquellen (Trojca und Concord) gar nicht aufgefallen - na wie auch - sind ja z.B. die Räder vor den Aufhängungen.

Viel Erfolg und vergiss keine Niete oder Schraube , die im Felde irgendein Landser veränderte.

Schöner Bericht - bleib ich dran und tiefen Respekt für Deine Mühe

#3 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 28.09.2012 08:07

Hallo FBT,

Es gehört zu meinem Job derartige technische Details an Fahrzeugen möglichst schnell und umfangreich zu erkennen. Trotzdem werde ich sicherlich viele Nieten und Schrauben „übersehen“.

Bezüglich der Ironie: Wäre es z.B. einem Landser im Felde gelungen die von Bronco kreierte (Modell)Aufhängung zu realisieren, denke ich dass man dem Mann das Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten verliehen hätte. Den eine der großen technischen Leistungen , war es z.B. den Rahmen, sowie die Aufhängung des Fgst. 801v, so zu verbessern, dass nichts, aber rein gar nichts vom Vorgänger Fgst. 801 verwendet werden konnte. Ein Alptraum für Mechaniker und Logistiker.
Als Hinweis: Trotzdem wurde z.B. mit keiner der 3 Änderungen an der Aufhängung während der Produktionszeit des Fgst. Version Horch 801 und mit der wiederum geänderten und nochmals verstärkten Aufhängung an der Fgst. Version Horch 801v das häufige Ausreissen der am Rahmen angeschweißten Lagerbolzen für die Querlenker signifikant reduziert. In jedem Fall wurde aber die ohnenhin schon schwierige Ersatzteilversorgung nochmals deutlich verkompliziert.


Zwei weitere Problemzonen an Bronco´s Wannenoberteil sind die Größe der beiden seitlichen Motorraumklappen, die deutlich zu groß (= hoch) sind, sowie die Höhe und Länge des Erhöhung des Wannendaches über dem Fahrer.

Bei den Motorraumklappen beträgt der Abstand von der Unterkante der Motorklappe zu der darunter liegenden Trennfuge Wannenober/unterteil ca. 70 mm, das wären im Maßstab 1:35 2 mm, bei Bronco sind es gerade mal 0,5 mm. Ohne (aufwendige) Verkleinerung des Ausschnittes der Klappe in der Oberwanne, ist durch einfaches Abschleifen der Klappe (von der Unterseite her) ein Abstand von ca. 1,2 mm zu erreichen. Was dem Original zumindest etwas näher kommt.



Das stufenartige Erhöhung im Wannendach über dem Fahrerbereich ist zu hoch und, dabei aber zu kurz, was im Vergleich zum Original eine erhebliche andere Position der Maßstabsgerechten seitl. Einheitssehklappen von Hobby-Boss ergibt.
Durch Abschleifen des Daches um ca. 0,75 mm konnte auch hier die Kontur und somit Optik verbessert werden.




Der Innenraum

Bronco hat seinem Sd.Kfz. 221 eine Inneneinrichtung mitgegeben die immer wieder zu Diskussionen im Internet und diversen Modellbaumagazinen hinsichtlich des Umstandes geführt hat, dass als Vorlage scheinbar das Sd.Kfz. 222 der „Littlefield-Collection“ verwendet wurde. Kontrovers diskutiert wird dabei insbesondere die „richtige“ Art der Lagerung der MG34 Munition. Tatsächlich weicht Bronco´s Inneneinrichtung in diesem Punkt erheblich von der des Sd.Kfz 221 von Sovereign ab. Weshalb sie aber dem Original keineswegs näher kommt. Aber dazu später.

Was in keiner der Diskussion jemals angesprochen wurde ist die Tatsache, dass Bronco (wie auch Sovereign) die beiden Stufen im vorderen und hinteren Teil des Wannenbodens wegelassen hat. Für viele scheinbar eine unwichtige Kleinigkeit, daher nie angesprochen, für mich als Kfz-Techniker weniger, denn die hintere stufenförmige Abdeckung überdeckt dabei das in den Innenraum ragende Schaltgetriebe, die vordere (unterhalb von Gas- und Bremspedal) schafft Platz für das obere Viertel des Vorderachs-Differentiales und dass es in der Kfz-Technik jemals ein Tellerrad (als wesentlichen Bestandteil eines derartigen Differentiales) gegeben hätte, das anstatt eines kompletten Kreisbogens nur einen mit ¾ Umfang umfasst, wäre eine Weltsensation.
Tristar und Hobby-Boss haben übrigens diese Abdeckungen bei Ihren Sd.Kfz. 222/223 korrekt wiedergegeben. Die hintere (Getriebe)Abdeckung an meinem Modell habe ich vom Sd.Kfz. 223 von Hobby-Boss verwendet.

#4 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Tino 28.09.2012 11:41

Ich finde es toll, wie du dich mit den Fahrzeugen auseinandersetzt und die Modelle dahingehend abänderst!
Ich werde definitiv am Ball bleiben. :)

#5 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Christian 28.09.2012 14:02

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Sehr schön, ich bin jetzt zwar nicht der hundertprozentige Nietenzähler, aber in diesem Fall finde ich es eine Unverschämtheit auch noch Geld dafür zu verlangen. Aber da sieht man wieder, das das Interesse der Hersteller mehr bei der breiten Masse liegt die keine Ahnung haben (oder haben wollen), oder nur Sammeln wollen und nicht bei den Leuten die Authentisch bauen wollen.

Deshalb werde ich bei diesem Bericht auch öfters reinsehen!

#6 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von ThomasB 28.09.2012 22:06

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Da ich ja bekannterweise nie eine große Originalforschung betreibe (Zeitmangel, da ich meine verbleibende Zeit lieber in den Bastelspass stecke), verwundert mich doch die Schwäche des Bronco Bausatzes. Ich habe eigentlich immer große Stücke von dem Hersteller gehalten. Und habe auch entsprechend viele Bausätze.
Ich finde es super, wie du das hier handhabst.

#7 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 30.09.2012 10:58

@ All,

Ich weiß daß ich mich spätestens mit diesem Bericht den Titel "Nietenzähler" einfange, aber so fanatisch jede Niete im Detail nachzubilden bin ich dann doch nicht.
Im übrigen denke ich daß jeder eine andere Herangehensweise (bzw. Schwerpunkte) an unser(em) Hobby hat, und nachdem ich festellen muß, daß ich über keine besonders ausgeprägte künsterlische Ader verfüge, somit nicht so toll lackieren und verwittern kann wie viele Andere, was deren hier präsentierten Modelle beweisen, lege ich meinen Fokus eben auf dieTechnik, bzw. technischen Korrektheit.

Das ich diesen Bronco-Bausatz als "Frechheit" empfinde, liegt für mich darin, daß hier für (im Verhältnis zum gebotenen) viel Geld, für wenig genau Recheriertes verlangt wird.
Aber nachdem jeder andere (Modellbau)Prioritäten hat, ist das eben meine subjektive Ansicht.
Letzendlich ist es in jedem Fall toll überhaupt ein Modell dieses Types am Markt zu haben.

#8 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Steffen 02.10.2012 13:26

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Ob nun "Nietenzähler" oder nicht, der Baubericht ist in jedem Fall ein Genuß ... zumindest für jemadem wie mich, der sich gern zum Nietenzählen bekennt.
Insofern bin ich dir auch über den technisch-historischen Überblick dankbar. Insbesondere da ich mich mit diesen Sd.Kfz. noch nicht so eingehend beschäftigt habe.

#9 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Micha 02.10.2012 17:16

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obwohl ich mich ja nun eher nicht zu den Nietenzählern zähle...

deinen Baubericht finde ich total interessant
es macht Spass dir zuzusehen wie du die ganzen Fehler soweit wie es geht auszubügeln

ich schau auf jeden Fall öfter vorbei

und ich finde es schon hammerhart wenn Bausätze mit so vielen Fehlern auf dem Markt sind

#10 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 07.10.2012 10:14

Die Lagerung der MG34 Reservemunition:

Wie eingangs erwähnt hat Bronco bei seinem Modellinnenraum die MG34 Reservemunition in Form der Halterungen für den „Gurtkasten 34“ dargestellt.



Richtig sind diese „Gurtkästen 34“ erst für die Sd.Kfz. 222/223 des Typs „B“, die ab Mai 1942 in Serie produziert wurden.

Die Gurtkästen selber, die übrigens so


Quelle: http://members.verizon.net

aussehen (links der Gurtkasten 34, der mit seinem Kugelbolzen in die Halterung an den Seitenwänden eingehängt wird, rechts ein „Gurtsack“) liegen dem Bausatz nicht bei.
Ob diese Auslegung auch für das Sd.Kfz.221 richtig ist, darüber wurde in diversen Internetforen umfangreich diskutiert, in Modellbaumagazinen darauf eingegangen, aber letztendlich mit dem Fazit, da es keine eindeutigen Innenraumfotos zu geben scheint, die dazu Klärung bringen, müsse man halt mit Bronco´s Lösung leben. Was scheinbar, sieht man sich die Modellfotos im Netz an, weltweit die meisten Modellbauer auch tun.

Broncos´s Vorlage, das Modell von Sovereign, ist übrigens mit „Gurtsäcken“ ausgerüstet, in dem Fall hat also Bronco nicht abgekupfert. Allerdings waren „Gurtsäcke“ nur in den schweren 8-Rad Panzerspähwagen Sd.Kfz. 231/232 zu finden.

Wie sah also die Lagerung der MG Munition in den Modellen des Sd.Kfz 221 tatsächlich aus ?

Auf jeden Fall nicht so wie von Bronco reproduziert. Denn die Produktion des Sd.Kfz.221 endete im April 1940, also 2 Jahre bevor die Gurtkästen überhaupt zum Einbau gelangten.

Die wenigen Detailfotos von Sd.Kfz. 221 , wie dieses


Quelle: www.bergflak.com

zeigen das aufmunitionierte MG34 immer mit der 75-schüßigen „Patronentrommel 34“,

Quelle: www.bergflak.com

Desweiteren zeigen alle Detailaufnahmen der MG-Turmlagerung (hier der besseren Darstellung wegen in Form des Turmes des Sd.Kfz.223 von Hobby-Boss, das Sd.Kfz. 221 verwendete aber denselben Turm)


Quelle: http://www.hobbyboss.com

einen rechteckigen, unten abgerundeten Kasten, bei es sich um den Staukasten für 3 „Patronentrommeln 34“ handelt.
Stellt sich also die Frage, wozu man „Gurtkästen“ in ein Fahrzeug zur Lagerung der Reservemunition einbauen sollte, wenn am MG auf allen Fotos nur die Patronentrommel zu sehen ist sowie eine, nur für die „Patronentrommel 34“ passende, Staubox direkt an der MG-Lagerung montiert ist. In jedem Fall würden die gänzlich unterschiedlichen Magazine, von denen jedes auch einen eigenen Verschluß am MG erfordert, im Ernstfall keinen schnellen Magazinwechsel zulassen.

Dann fand ich im Netz eine Innenraumaufnahme eines Sd.Kfz. 222, Ausf. "A" (unteres Bild), die zusätzliche 4 Stauboxen für die Patronentrommel 34 zeigt, jeweils 2 rechts und links an der Seitenwand, unmittelbar hinter den seitlichen Einstiegsluken.


Quelle: http://www.panzerbook.com, Auszug aus Panzer Tracts 13-1

Ich erlaube mir also den Schluß zu ziehen, daß im Sd.Kfz. 221, in Kombination mit dem MG34, ebenfalls diese Stauboxen eingebaut waren, höchstwahrscheinlich in derselben Position wie beim dem abgebildeten Sd.Kfz. 222. Andere Alternativen zur Platzierung gäbe es aus Platzgründen ohnehin kaum.
Nachdem diese Stauboxen relativ prominent sind und durch den Turm zu sehen sein werden, habe ich 4 dieser Stauboxen nachgebaut um sie nach der Bemalung im Innenraum anzubringen.



Das die von Bronco gewählte Muntionslagerung falsch ist, geht auch aus den Informationen in Panzer Tracts 13-1 hervor:

Am 10. März 1938 ordnete das Waffenamt, Inspektorat 6, an allen le.Pz.Sp.Wg. das bisherige MG13 durch das MG34 zu ersetzen. Am 20. Juni wurde desweiteren die Weisung erteilt, dass für das MG 34 in den leichten Panzerspähwagen die „Patronentrommel 34“ zu verwenden sei.

Am 18. März 1942 wurde vom Inspekorat 6 die Weisung erteilt die „Patronentrommel 34“ durch den „Gurtkasten 34“ bei den Sd.Kfz. 221/222/223 zu ersetzen, sowohl in der laufenden Produktion, als auch an bereits im Einsatz befindlichen Fahrzeugen im Rahmen der Generalüberholung oder im Rahmen einer Nachrüstung im Feld.

Da mit selben Datum für das Sd.Kfz. 221 der Entfall des MG34 und der nachträgliche (Truppen)Einbau der „s.Pz.B.41“ in die noch im Einsatz stehenden Fahrzeuge angeordnet wurde, ist davon auszugehen, dass im Sd.Kfz. 221 überhaupt keine Gurtkästen zum Einbau kamen.
Denn wozu sollte man noch Gurtkästen für ein MG34 einbauen (bzw. einbauen lassen), wenn dieses MG (per Verordnung) gleichzeitig durch die „s.Pz.B.41“ ersetzt werden sollte.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich werde mein Modell mit dem MG-Turm ausrüsten, die „s.Pz.B.41“ plane ich auf ein Sd.Kfz 250 zu setzen.

#11 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Manne 07.10.2012 10:44

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Servus Trex,

find den Bau und die Berichterstattung top und vorallem eine echt stimmige Argumentation,
wünsch mir weiter so detailierte Berichte von dir hier im Forum und danke für die Ausführlichkeit macht echt Freude hier mit zu lesen.




Gruß aus der Inst Manne

#12 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Notger 07.10.2012 11:31

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Hallo trex,

vielen Dank für Deine ausführliche Fehleranalyse dieses Bausatzes! Hut ab für Deine Mühen! Eigentlich hatte ich auch mal mit diesen Fahrzeugen/Modellen geliebäugelt, aber wenn ich mir diese Fehler im Fahrgestell ansehen, dann... Sehr schade! Falls ich doch irgendwann mal mich entscheiden sollte, diese Fahrzeuge zu bauen, dann weiß ich auf jeden Fall, wo eine gute Anleitung finde

Notger

#13 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 08.10.2012 06:54

Danke für Euer Interesse an dem Baubericht.

@Notger, die (modelbau)technisch einfachste Lösung für das falsche Fahrwerk ist es (wenn wir mal Geld ausser Acht lassen), den Tristar Bausatz des Sd.Kfz.222 zu schlachten. Tristar´s 222 stellt ein Modell der Ausführung "A" dar, mit der richtigen Radaufhängung, der einzige Fehler am Fahrwerk ist die falsche Positionierung (= vor der Hinterachse) der Hinterachslenkung. Aber das zu beheben ist ein Klacks.

Ich habe das urspünglich vorgehabt, mich aber dann dafür entschieden zwei (biligst erworbene) Revell/Zvedzda "M3 Scout Car" Bausätze um die 2x4 Stoßdämpfer zu erleichtern. Die sind zwar etwas zu groß, aber nach etwas Befeilen in etwa passend. Die M3 habe ich eigentlich nur wegen des Verdecks angeschafft, um dieses an 2 Hobby-Boss M3 Bausätzen zu verwenden.
Die unteren Querlenker stammen von Tamiya´s schweren (korrigiert!) Einheits Pkw.

Die an sich (wegen ihrer technischen Genauigkeit) hervorragenden Hobby-Boss Bausätze Sd.Kfz. 222/223 sind wegen der geringen Bausatzkosten die idealen Teilespender. Leider auch nicht mehr.
Denn Hobby-Boss hat zwar nahezu (bezügl. techn. Details) perfekte Nachbildungen von Typ "B" Fahrzeugen produziert, diese aber mit völlig falschen Maßen (=Porportionen). So ist z.B. das Wannendach bei beiden Modellen um 3mm zu schmal, und die horizontale Fläche des Wannendaches beginnt 2 mm zu weit hinten, was die komplette Kontur sowie die Motoraumabdeckungen weit von der Realität enfernt. Als Resultat ist daher der Turm des 223 viel zu klein und auch falsch proportioniert.

Die hervorragenden, aber zu kleinen Reifen haben übrigens exakt jene Dimensionen womit sie perfekt an Opel Blitz, Ford V3000S etc. passen würden.

Einzig die Wanne von Tristar ist der optimale Ausgangspunkt um ein stimmiges Modell eines Sd.Kfz 222/223/260/261 zu bauen. Entweder als Ausf. "A" aus dem Tristar Bausatz (allerdings mit einigen kleinen, aber notwendigen Änderungen an der Wanne), oder in Kombination mit dem Fahrgestell von Hobby-Boss als Ausf. "B".

Soll heißen: Es ist nicht Bronco alleine, die bei der Umsetzung der entsprechenden Modelle mehrere heftige "Böcke" geschossen haben. Bronco liegt aber bei der Summe der Fehler eindeutig vorne.

#14 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 14.10.2012 11:16

Innenraumdetailierung

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das Bronco bei diesem Modell manchmal Probleme beim Dimensionieren hat, wie sich auch an dem folgenden Beispiel zeigt:



Das obere Teil ist die „Interpretation“ des Gasmaskenbehälters von Bronco und darunter die von Dragon in der „Gen2“ Version



An sich zeigen alle Innenaufnahmen der Motorraumschottwände der Modelle 222/223 dass die Wände neben dem Kühlergitter eine Schrägstellung aufweisen.
Auch hier wieder der besseren Darstellung wegen die Darstellung des Innenraumes des Sd-Kfz.223 von Hobby-Boss.


Quelle: www.hlj.com

Leider konnte ich bisher keine Aufnahme finden, die den rückwärtigen Innenraum eines Sd.Kfz.221 zeigt. Da aber die Trennfuge zwischen den beiden Wannenteilen beim Sd.Kfz.221 deutlich weiter hinter liegt als bei den Sd-Kfz.222/223/260/261, was die Anbindung der Schottwand fast unmittelbar an den Flansch der Trennfuge heranreichen lässt, habe ich die bei Bronco gerade ausgeführte Motorschottwand belassen.



Desweiteren glaube ich nicht, das die auf der Computerdarstellung von Hobby-Boss dargestellten beiden Staukästen neben der Ausnehmung für das Schaltgetriebe auch beim Sd.Kfz. 221 vorhanden waren, der dafür zu Verfügung stehende Platz würde in jedem Fall nur „Mini-Staukästen“ erlauben.
Aber wie gesagt, dass sind Vermutungen meinerseits.

Übrigens sieht man an allen im Netz veröffentlichten Bildern von gebauten Modellen den Bereich unterhalb des Kühlergitters



immer „brav“ in der weißen (oder Elfenbein) Farbe des Innenraumes bemalt.
Tatsächlich hat Bronco dabei das Sd-Kfz.222 der „Littelfield Collection“ besonders konsequent kopiert und die olivgrüne (oder khakifarbene ?) Plane der Kühlerrollo so weit „hoch gerollt“ dargestellt, dass die Kühlerfläche zu 1/3 abgedeckt ist.
Anbei die Originalvorlage“


Quelle: Sdkfz222, Jacques Littlefield Collection, by Vladimir Yakubov

Nun, auch in Nordafrika, wo mein Modell „eingesetzt“ sein wird, ist es am Morgen kalt, ganz besonders im Winterhalbjahr.
Ob allerdings die von allen aufgesprühte weiße Farbe auf der, zu kleinstem Durchmesser, eingerollten Plane lange halten würde wage ich zu bezweifeln.

Je weiter ich mit dem Bau voranschreite desto mehr verwundert mich die Umsetzung technischer Details durch Bronco und der Umstand, dass an sich keiner der vielen klar erkennbaren Fehler in keinem der bisher veröffentlichten Bauberichten oder Bausatzbesprechungen angesprochen wurden.

Beispiel: Der Drehsockel für das MG 34.

Wer jemals mit einem Gewehr mit Schulterstütze (=Kolben) geschossen bzw.angelegt hat, wird wissen, dass dabei der Schütze versetzt zur Mittellinie der Waffe Liegen, Stehen oder Sitzen muß, andernfalls kann man nicht (bzw. kaum) über die Waffe(nmittelinie) visieren. Auch so beim MG34.
Warum dann Bronco den Sitz des Schützen exakt in die Mittellinie des MG setzt ist mir ein Rätsel. Entweder hat Bronco davon keine Ahnung oder ging davon aus, dass die Wehrmacht „Schlangenmenschen“ als Panzerschützen rekrutiert hat, die sich so verbiegen konnten, daß sie, wenn der Turm z.B. in „12 Uhr“ Position zeigte, nicht in Richtung „10 Uhr“ schießen mussten, was die logische Konsequenz der von Bronco vorgesehenen Sitzposition wäre.

Tatsächlich ist bei den Sd.Kfz. 221/223 der Sitz des Schützen nach links versetzt am Drehsockel befestigt. Ich habe das mit Teilen von Hobby-Boss (wo der Schützensitz richtig angeordnet ist und dem Original ähnlicher sieht) und Bronco (weil da der kegelige Drehsockel den richtigen Durchmesser hat) nachgebaut.


(Hinweis: Erst auf dem Foto erkannte ich, dass der Tragarm von mir etwas verdreht festgeklebt wurde. Am Modell sieht man das eigentlich nicht, erst die Foto-Vergrößerung zeigt das. In jedem Fall wird das in Verbindung mit dem Turm nicht mehr auffallen, hoffe ich zumindest)

An sich hätte ich jetzt so ziemlich alle (zusätzlichen) Teile für den Innenraum fertig, und wollte diesen gemeinsam mit den Zusatzteilen lackieren, fertig stellen und anschließend die beiden Wannehälften verkleben. Nachdem ich aber festgestellt habe, dass der Bronco-Turm sowohl was die Hauptabmessungen als auch die Kontur betrifft, völlig vom Original abweicht, werde ich zuerst einen neuen Turm erstellen (müssen). Da dazu auch eine Anpassung der Befestigung des Turmes am Drehsockel erforderlich ist, was mit Sicherheit oftmaliges Ein/Anpassen erforderlich macht, werde ich doch zuerst den Turm anfertigen.



Vielleicht ist es dem Einen oder Anderen aufgefallen, in der Oberwanne habe ich die Plastikplatte unterhalb des von Bronco vorgesehenen Ätzgitters herausgeschnitten.
Im Original war nur ein dickes Gitter vorhanden (und keine darunter gelegte Stahlplatte), dass ich durch das entsprechende Bauteil von Kamizukuri ersetzen werde, dass hier einmal „Trocken“ eingepasst wurde.

#15 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Steffen 14.10.2012 13:46

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Ah, die sehr schönen 3D Gitter von Kamizukuri. Es wird oft empfohlen diese vorsichtig in Sekundenkleber zu tränken. Damit sie sich beim lackieren nicht mit Farbe voll saugen und dadurch ihre Struktur verlieren.
Dies ist das erste Mal, dass ich deren Anwendung in einem deutschsprachigen Forum sehe. Insofern bin ich sehr auf deine Erfahrung mit diesem Zubehör neugierig.

#16 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 15.10.2012 06:12

Hallo Steffen,

Vielen Dank für Deine Anmerkung, damit hast Du mir einen Tipp gegeben, den ich bisher noch nirgends gefunden habe. Tatsächlich habe ich nämlich keine Ahnung mit was ich das Gitter an dem Plastik festkleben soll und vor allem: wie ich es gegen die Farblösemittel resistent machen soll.
Kamizukuri schreibt das man das Gitter mit PVA-glue (= Weißleim?) festkleben soll und daß es sich mit wasserlöslichen Lacken verziehen kann, dann aber wieder in der ursprünglichen Form austrocknen soll (?). Einge schlagen vor es mit Primer (z.B. Tamiya) vor dem Lackieren zu besprühen um es vor dem wasserlöslichen Acryl-Lack (Vallejo, Revell etc.) zu schützen.
Ich denke ich werde mal an den nicht benötigten Abschnitten einige Lackproben aufbringen.
In jeden Fall, Danke für den Tipp mit dem "Tränken in Sekundenkleber".

mfg, Erich

#17 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Steffen 15.10.2012 12:21

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Hallo Erich.

Das erste Mal stieß ich in einem englisch-sprachigen Forum auf die Gitter von Kamizukuri und war begeistert von diesem Zubehör. Denn mit geätzten Gittern kann man unmöglich diese "Dreidimensionalität" darstellen, wie sie manchen Gittern eigen sind. An manchen Fahrzeugen waren es ja bekanntlich keine Gitter aus geflochtenem Draht, sondern zusammen gesetzte Flacheisen. In diese Breche ist Kamizukuri gesprungen.
In jenem Forum wurde auch das Problem mit dem Lackieren der Gitter besprochen. Sie bestehen im Grunde nur aus einem speziellen Karton. Und kein Papier oder Karton, was einmal nass geworden ist, nimmt beim Trocknen seine ursprüngliche Form wieder an. Gut Erfahrungen wurden halt mit Sekundenkleber gemacht. Und jeder Bericht mit Kamizukuri Gittern, auf den ich bislnag stieß, bestätigte die positive Erfahrung mit dem Sekundenkleber.

Ein Tipp an Alle. Bestellen kann man das vollständige Kamizukuri Programm über den hauseigenen Online-Shop von TASCA.

#18 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von trex 15.10.2012 12:32

Zitat
An manchen Fahrzeugen waren es ja bekanntlich keine Gitter aus geflochtenem Draht, sondern zusammen gesetzte Flacheisen


So wie an allen Sd.Kfz. 221/222/223

Zitat
Und kein Papier oder Karton, was einmal nass geworden ist, nimmt beim Trocknen seine ursprüngliche Form wieder an.



Aha...

Zitat
Gute Erfahrungen wurden halt mit Sekundenkleber gemacht. Und jeder Bericht mit Kamizukuri Gittern, auf den ich bislnag stieß, bestätigte die positive Erfahrung mit dem Sekundenkleber.



Danke für den Tipp.

Zitat
Ein Tipp an Alle. Bestellen kann man das vollständige Kamizukuri Programm über den hauseigenen Online-Shop von TASCA.



Den Tipp kann ich nur voll und ganz bestätigen. Einfache Abwicklung, innerhalb einer Woche in Österreich. Es "rechnen" sich die Transportkosten "besser" (oder gegenüber dem eigenen Gewissen "leichter" wenn man zu den Kamizukuri Teilen auch noch ein paar Gießäste mit "Sherman-Teilen" mitschicken läßt.

#19 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Steffen 15.10.2012 12:55

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Zitat von trex im Beitrag #18

Zitat
Und kein Papier oder Karton, was einmal nass geworden ist, nimmt beim Trocknen seine ursprüngliche Form wieder an.


Aha...

Jepp. Mach mal ein Stück Papier oder Karton nass. Es verzieht und wellt sich beim Trocknen.

#20 RE: Bronco´s 221 – oder “Unglaublich wie viele Fehler ein Modell haben kann” von Panzernarr 21.10.2012 10:38

Bin zwar auch überhaupt kein Nietenzähler aber das ist schon heftig oder? Vor allem da Bronco dann noch "40" € für das kleine Teil haben will. Sollte der 221er nicht auch von nem anderen Hersteller auf den Markt kommen?

Wie auch immer, ein schickes Fahrzeug isses ja und der Baubericht sieht soweit auch superb aus.

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