#1 6015 DRAGON "Panzer IV/70 (A) "Zwischenlösung" Sd.Kfz.162/1" 1/35 von Steffen 10.06.2010 13:19

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Anbieter:
DRAGON

Bausatz:
Nr.6015 "Panzer IV/70 (A) 'ZWISCHENLÖSUNG' Sd. Kfz. 162/1"

Maßstab:
1:35

Bespechung:



Der Bauplan ist Dragon-typisch ein 8-seitiges Faltblatt, mit 15 Bauabschnitten und einer Seite mit zwei Gestaltungs-Vorschlägen.


Spritzling A


Spritzling B


Kombinierter Großspritzling (2x vorhanden) mit :
Spritzling C - der große oben
Spritzling D - unten mittig
Spritzling E - unten rechts
Spritzling G - unten links


Spritzling F, 2x vorhanden


Feine Gaze für die Thoma Gitterschürzen, zwei Ätzplatinen und ein Decal-Bogen


Spritzling I, 3x vorhanden


Unterwanne



Fazit:
Der Bausatz stammt von 1994 und vereinzelt sieht man ihm sein Alter auch an. Aber das sind Dinge die sich leicht mit dem Skalpell und Teilen aus der Krambox oder käuflichem Zubehör auf heutige Detailansprüche bringen lassen. Insofern ist der Bausatz einer unbedingten Empfehlung wert, zumal er auch recht selten und eine verbesserte Neuauflage nicht absehbar ist.

Die Unterwanne begeistert mit einer vorbildlichen Detaillierung der Unterseite. Die Ketten entsprechen einem der möglichen Kettentypen für diesen Jagdpanzer IV. Sie sind gut detailliert und haben volle Führungszähne, was hier für diesen Kettentyp auch richtig ist. Die Bausatzketten sind also sehr gut verwendbar und benötigen keinen Ersatz. Auch Triebräder, Spannräder und Laufrollen machen einen guten Eindruck, welche heutigen Kritikpunkten problemlos Stand halten können. Das gilt im Übrigen auch für den gesamten Laufwerksbereich.

Die beiden Ätzteil-Platinen sind für die Halterungen der Thoma Gitterschützen und für Teile der Gitterschürzen selbst, eine vorbildliche Idee - und das schon in einem Bausatz von 1994 ! Die Gaze soll man nach einer maßstablichen Skizze im Bauplan selbst in Form scheiden. An sich ist das kein Problem, aber die Gaze ist geflochten. Auf der einen Seite wirkt das wesentlich besser als flache Ätzteile, auf der anderen Seite "ribbelt" die Gaze aber beim Schneiden an den Schnittkanten auf. Hier sollte man also die Gaze zum fixieren schon mal mit der Airbrush grundieren und zusätzlich die markierten Schnittkanten vor dem Schneiden vorsichtig mit Sekundenkleber fixieren.

Plattenstöße und Schweißnähte der Oberwanne sind gut wiedergegeben. An der Kasematten-Heckplatte sollte man die beiden angegossenen Kettenspannschlüssel entfernen und durch separate ersetzen. Die Werkzeuge auf dem Motordeck sind auch schon in die Jahre gekommen, man kann damit leben oder sie durch besser detaillierte aus der Krambox ersetzen. Der Tamiya's Panzer IV Zubehör-Satz ist hierfür definitiv auch eine Empfehlung wert.
Die Fahrersichtklappe an der Kasematten-Frontplatte besteht aus den Teilen B10 & B11 und ist geschlossen dargestellt, leider nicht sehr überzeugend. Hier empfehlen sich die Dragon Bausätze Nr.9032 "PzKpfw.III Ausf.G Afrika Korps" und Nr.9033 "Tauch Panzer III Ausf.H" In diesen Bausätzen liegt die Fahrersehklappe in den anders und deutlich besser detaillierten Teilen F47 & F50 unbenötigt bei. Zudem ist die Fahrersehklappe mit den Teilen F47 & F50 offen oder geschlossen baubar.

Kurzhistorie Original:
Im Jahr 1944 führte das Heereswaffenamt eine Untersuchung zur Überlebensfähigkeit des Panzer IV gegenüber den russischen T-34/85 und JS-II durch. Das Ergebnis war neiderschmetternd. Als Folge wurde der Einbau der im SdKfz.171 "Panther" bewährten 7,5cm PaK 42 L/70 in den Panzer IV gefordert. Der Einbau in einen Drehturm war für den Panzer IV nicht möglich, also entschied man sich zur Kasematten-Bauweise.
VOMAG in Plauen/Sachsen produzierte zu der Zeit schon den Jagdpanzer IV L/48 und konnte sein Fahrzeug kurzfristig problemlos an die längere 75mm PaK L/70 anpassen. Dieses Fahrzeug wurde dann SdKfz.162/1 Jagdpanzer IV L/70 (V) genannt.
Die Nibelungenwerke in Österreich waren zu dieser Zeit der letzte Produzent des Panzer IV und konnten die Umstellung von einem Kampfpanzer auf den neuen Jagdpanzer IV mit L/70 Kanone nicht so schnell bewerkstelligen. Da für das Nibelungenwerk 'eh nur eine kleine Stückzahl der neuen Jagdpanzer geplant war (der Panzer IV wurde parallel weiter gebaut), sollte die Waffe in eine Kasematte auf unverändertem Panzer IV Ausf.J Fahrgestell verbaut werden. ALKETT entwickelte hierfür den Kasemattenaufbau. Um Verwechslungen mit dem VOMAG Fahrzeug zu vermeiden, wurde das Nibelungen Fahrzeug SdKfz.162/2 Jagdpanzer IV L/70 (A) genannt. (Man achte darauf, dass auf dem Bausatz-Karton fälschlicherweise die SdKfz-Nummer 162/1 für das VOMAG-Fahrzeug steht.) Insgesamt wurden 278 SdKfz.162/2 in den Niebelungen-Werken gebaut. Da diese Fahrzeuge von vorn herein nur dazu gedacht waren Produktionsengpässe der SdKfz.162/1 auszugleichen, erhielten sie den inoffiziellen Beinamen "Zwischenlösung". Auch war die ALKETT Konstruktion nicht vollkommen ausgereift, war schwer im Gelände zu steuern und litt durch den höheren & schwereren Aufbau mehr unter Verschleiß von Laufwerk, Lenkgetriebe und Seitenvorgelege, als das VOMAG-Fahrzeug. Das dürfte zusätzlich zur Verbreitung des Beinamens beigetragen haben. Dennoch war das SdKfz.162/2 bei geschicktem Einsatz eine gefährliche Waffe. So gibt es beispielweise Geschichten wie die eines Fahrzeuges der 3. Kompanie, Sturmgeschützbrigade 311, welches an einem einzigen Tag 25 russische T-34 und JS-II abschoss.

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