#1 M 110 Haubitze, BW in 1:72 von ratze45 14.09.2022 17:08

avatar

Hallo Leute,

nachdem ich langwierig und mühsam die M107 konstruiert hatte, kam mir der Gedanke, dass man daraus doch auch eine M110 erschaffen könnte.

Fahrwerk, Wanne, Geschützwiege etc. sind nahezu gleich....nur der Verschluss und das vordere Rohr sind natürlich anders gestaltet.

Also habe ich mich dann an das Werk gemacht und die Abmessungen, sofern man sie im Internet finden kann, ermittelt.
Die entsprechenden Teile angepasst und Verbindungsstellen konstruiert.

Aber wie immer; Am Ende benötigte ich doch drei Anläufe mit Probeausdrucken, bis es passte.

Hier nun meine M110 (alte Version) der Bundeswehr in 1:72...

Auch hier Alles im dunkleren Gelb-Oliv gehalten, so wie es bis etwa 1980 üblich war.













Ja, die Decals passen nicht so ganz....

Es müssten gelbe MLC-Kreise mit 27 ton sein...und die 4. oder 5. Batterie...

Aber leider habe ich keine passenden 1:72-Decals für die BW-Artillerie finden können.
Daher habe ich alles zusammengeklaubt, was meine Decal-Kiste noch hergab.

Ich hoffe, es gefällt trotzdem...

#2 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von ratze45 14.09.2022 17:23

avatar

Und hier noch ein wenig in Szene gesetzt...;

Die M 110 ist gerade erst in die Feuerstellung eingefahren und hat ihre vorgegebene Position bezogen.
Denn damals mussten Feuerstellungen vorher vom Vermessungstrupp eingemessen werden.
Zuerst war der Batterie-Richtkreis exakt einzumessen, dann die Geschützpositionen und die Richtkreis-Zahl für jedes der Geschütze (zum Einrichten in die gleiche Grundrichtung) war zu ermitteln.

Hier übergibt der Richtkreis-Kanonier den Meldezettel mit der Richtkreis-Zahl an den K1-Kanonier, damit das Geschütz in die Grundrichtung eingerichtet wird.

Die Besatzung sitzt ab, der Fahrer sperrt das Fahrwerk und der Erdsporn wird rutnergefahren ....der Fermelder kommt gelaufen, um die Feldkabel-Verbindung zur Feuerleitstelle anzuschliessen.Währenddessen wird bereits Munition herangebracht und seitlich hinter dem Geschütz vorbereitet.

All diese Vorgänge wurden damals bis zum Umfallen unter den kritischen Augen des Batterie-Chef durchexerziert.
In immer schneller Zeit... bei Hitze, Schnee oder Regen, mit ABC-Schutzmaske und auch in der Nacht...

Dann sechs Schuss...und wieder Stellungswechsel...und Alles wieder von vorne...

Ich war froh, dass ich nicht im Geschützdienst war....








#3 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von Panzerroland 24.09.2022 20:56

avatar

Hallo,

das Ganze ist hervorragend geworden!

Hier noch ein BW Classix der M110 im Aktion:



Gruß
Roland

#4 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von ratze45 03.10.2022 00:37

avatar

Schöner Klassiker in Schwarz-Weiss...

Passt genau zu meiner M110-Szene...

Da war in Munster-Süd noch richtig was los...heute ist es dort ziemlich ruhig geworden.
Vor zwei Wochen war ich im Hunsrück und habe meiner Frau mal vom Zaun aus das Lager Aulenbach gezeigt.
Steht auch fast leer und manche Unterkunftsgebäude sind regelrecht verfallen.
Es soll wohl teilweise abgerissen werden.. Abriss 100er Lager
Zu meiner Zeit war da kaum ein Bett frei, denn die ganze Artillerie musste zum Scharfschiessen nach Baumholder oder Munster.
Heute alles wie tot dort...
Ist aber auch schon lang, lang her..

Die ganze Technik, die im Film gezeigt wird (Green Archer und sogar der alte Richtfunk-Kasten), habe ich auch noch live erlebt.

Richtfunk war 1987 aber nur noch als Notlösung üblich, denn es wurde bereits das IFAB-System (digitaler Datenfunk mit Frequenzmodulation) genutzt.
Aber falls dies ausfiel, musste man auf die alten Mittel zurückgreifen (Feldkabel- / Richtfunk-Strecke).
Und dies wurde auch bei jeder Übung simuliert und geübt.
Wie sagte unser Spiess immer: "Und wenn ihr nur noch einen Knüppel habt...es wird trotzdem weiter gekämpft. "

#5 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von ratze45 12.10.2022 22:06

avatar

Hallo,

ich habe dazu noch ein paar interssante Zahlen bei Wikipedia gefunden:

Die Artillerietruppe der Bundeswehr umfasste in den 1980er Jahren elf Regimenter, 83 Bataillone und 14 selbständige Batterien.
In der Truppengattung Artillerie, zu jener Zeit ausgestattet mit etwa 1100 Geschützen und 400 Raketenwerfern, dienten rund 42.000 Soldaten.

Damit war die Artillerietruppe zu dieser Zeit vom Personalumfang größer als die gesamte Teilstreitkraft Marine im gleichen Zeitraum.

Heute hat die BW noch vier Artillerie-Bataillone (davon sind zwei Lehr-Bataillone).....ich schätze es sind noch so 1.000 Mann im Ganzen..

Zahlen sind manchmal ganz schön hart..

#6 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von Christian 13.10.2022 11:49

avatar

Tja, da sieht man wieder mal was einige hochbezahlte und unfähige Politiker schaffen. Hauptsache wir zahlen Entwicklungshilfe an China und Indien!! (Damit sie ihre Artillerie aufrüsten können)
Aber das ist eine andere Geschichte...


Grüße
Christian

#7 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von Steffen 13.10.2022 13:31

avatar

Aber Cheffe. Wir sind doch von Freunden umgeben ...

#8 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von Benno Wawerek 13.10.2022 17:39

avatar

Umzingelt lieber Steffen,umzingelt. Die Feinde haben wir ja schon im Land

Benno

#9 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von ratze45 13.10.2022 21:38

avatar

Ich finde diese Angaben sehr interessant, denn sie erklären manche ängstliche Aussagen von BW-Generälen (und die Politiker plappern meist nur nach..).

Geben wir nämlich die Geschütze eines dieser vier verbliebenen Artillerie-Bataillone, die gemischt aus Batterien mit PzH2000 und MLRS-Werfern bestehen, komplett an die Ukraine ab, dann verliert die Bundeswehr damit EIN VIERTEL ihrer Artillerie-Geschütze.

Und von der Bestellung einer neuen PzH 2000 bei KMW bis zu ihrer Auslieferung vergehen 3-4 JAHRE !!!

Zudem werden ca. 50 % in den beiden Lehrbataillonen geführt, die meist aus altgedienten, aber eben älteren Soldaten bestehen.

Ich glaube, dass auch von militärischer Seite bei der Neuausrichtung 2011 ziemlich daneben geplant wurde.
Da wollte man die komplette BW auf out-of-Area-Einsätze umbauen...nur noch leichtes, lufttransport-fähiges Gerät.
Also bloß weg mit schweren Panzern, Haubitzen etc.
Frau von der Leyen und ihre teuren Unternehmensberater, die als Feigenblatt dienten, damit es keinen Knick in ihrer Polit-Karriere gibt und sie stets Sündeböcke hat (bezahlt haben wir diese "ungedienten Fachleute"..), haben dabei ganze Arbeit geleistet.

Und nun hat man viel von diesem Kleinzeug....Dingos, Mungo, Enok, Eagle etc.

Aber am anderen Ende, beim schweren Gerät, ist die Jacke verdammt kurz;.

Von den 104 PzH, die die BW noch hat, sind schon mind. 14 Stück in die Ukraine gegangen.
Also sind 13 % des Bestandes schon weg...
Bei den MLRS / MARS sieht es ähnlich aus...
40 Stück hatte die BW davon, davon 22 schon auf MARS-II modernisiert und 18 MARS-I eingemottet.
Drei MARS-II sind schon im Sommer in die Ukraine gegangen und weitere drei gehen jetzt rüber...
Dann sind 27 % der MARS-II (1/3) der BW weg.. !!!

Wenn man dann noch dazu nimmt, dass strukturell bedingt immer etwa 20 % der Fahrzeuge in der Instandsetzung / techn. Erhaltung sind (das ist übrigens bei jeder LKW-Spedition auch so), dann bleibt wenig "einsatzfähiges" Gerät.

Fakten sind manchmal ziemlich hart..

Da kann der ukrainische Botschafter in Berlin schreien, wie viel er will...
Es ist nicht mehr viel da, was man weggeben "sollte"..

#10 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von Christian 14.10.2022 07:52

avatar

Zitat von ratze45 im Beitrag #9
Es ist nicht mehr viel da, was man weggeben "sollte"..
Oh doch, da sind genügend "Zuständige" da, die man abgeben kann. Aber da würden sich die Ukrainer freuen wenn wir ihnen diese Staatszerstörer schicken.

Aber wie du schon sagst, die Fakten stehen schwarz auf weiß geschrieben. Und wie man weiß lügen Zahlen nicht.
Mir ist es ein Rätsel wieso man eine halbe Ewigkeit benötigt um eine Panzerhaubitze oder ähnliches fertig hat. Oh, grade in der Arbeit gesehen und jetzt weiß ich warum. Weil einfach mehr in der Kaffeküche rumgestanden wird als am Arbeitsplatz... das wird also auch so bei KMW und anderen so sein, schätze ich mal.
Sorry für den Zynismus, aber in diesem Land bewegt sich einfach nichts mehr, ausser die Gehälter der Politiker nach oben....jetzt hab ich es schon wieder gemacht. Ich halte lieber die Klappe, ich will deinen Threat nicht kaputt machen.

Zu deinen Bauwerken und deinen Erklärungen muß ich sagen das du hier einen tollen militärischen Geschichtsunterricht machst. Mir gefällt es sehr!

#11 RE: M 110 Haubitze, BW in 1:72 von ratze45 14.10.2022 23:02

avatar

Hallo Christian,

ich hoffe, dass ich euch mit meinen "Erzählungen aus Grossväter-Zeiten" nicht nerve.

Ich finde die ganze Aufbau-Phase der Bundeswehr sehr interessant und habe mich damit viel beschäftigt.
Und die "alte" Bundeswehr, die ich in den spätern 80er Jahren erlebt habe, ist ja auch schon längst Geschichte.
Wenn ich davon etwas rüberbringen kann, freue ich mich.

Ich stimme dir aber absolut zu...Ich habe auch den Eindruck, dass seit der Corona-Zeit in den Unternehmen irgendwie der große "Schlendrian" eingezogen ist.Klar, man profitiert selbst auch von diesen "neuen, lauen Zeiten"...
Aber die Produktivität und das Volksvermögen wird damit nicht erhöht.
Alles irgendwie nur noch "halbe Kraft voraus"..
Und wer braucht schon Industrie-Unternehmen ?? Pfui...das ist doch was von vorgestern, was nur noch die Chinesen machen...Kann man diese Produkte denn nicht einfach mit dem Handy bestellen ?? Wozu welche "bauen"...wie old-style ist das denn..

Und so innovativ und fortschrittlich, wie es uns unsere Politker weissmachen möchten, ist Deutschland schon lange nicht mehr.
Mir hat z.B. gestern noch ein Telekom-Fernmelde-Elektroniker erzählt, dass ohne Elektronik aus China bei der Telekom längst Sendepause wäre...
Die bauen Platinen in die Netz-Server ein, von denen selbst die Telekom-Ingenieure nicht wissen, wie die überhaupt funktionieren.
Wer ist heute also der "Technologie-Führer"... ?

Das Problem bei KMW ist auch, dass solche Panzer-Fahrzeuge nur in geringen Stückzahlen produziert werden.
Wenn jahrelang keine Bestellungen mehr reinkommen (wie bei der PzH 2000), dann wird die Produktion stillgelegt und die Montage-Strasse für andere Aufträge umgerüstet.
Soll dies wieder anlaufen, muss die Produktion erst wieder geplant, eingerichtet und das Personal angelernt werden.
Bis dies Alles wieder bereitsteht, vergeht schon mal ein gutes Jahr.

Und wenn dann mitten im Produktionsanlauf noch veränderte technische Anforderungen von der BW kommen (darin ist die Beschaffungsbehörde wirklich mal Weltspitze..... ), vergehen schon mal zwei Jahre bis das erste Fahrzeug vom Band rollt.
Aber noch haben wir ja rd. 90 Haubitzen, davon etwa 60 einsatzfähig...

Die andere Seite ist aber auch zu sehen; Wer will in diesem Land noch Soldat werden ???

Alle wollen Freiheit & Wohlstand etc.....aber dafür die Knochen hinhalten will niemand mehr.

Ich mag mir gar nicht vorstellen, was hier los wäre, wenn uns etwas treffen sollte, wie jetzt in der Ukraine.
Strom weg, kein Wasser mehr aus dem Hahn, Heizung tot, kaum Lebensmittel...
Ich mag das gar nicht weiter denken.....

Die Leute in der Ukraine sind ein einfaches Leben gewohnt und wissen noch, wie man sich dann durchbringt.

Bei uns wäre der Arsch nach einer Woche komplett auf Grundeis..
Und jeder Widerstandswille verflogen..

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz