#1 Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 (1:72) von ratze45 02.01.2022 12:32

avatar

Hallo Leute,

ich habe lange Zeit nichts mehr hier im dmmb-forum eingestellt.
Dies hatte viele Gründe (u.a. Haus gekauft + umgebaut, Mutter verunglückt-jetzt Pflegefall, zweimal selber operiert) und zur Zeit bin ich nach einer Leistenbruch-OP auch wieder "krank geschrieben"...

Die Corona-Phase hat mich dazu gebracht, mich auch mal mit dem 3-D-Druck zu befassen.
Und als ich im Herbst einen solchen 3D-Drucker sehr günstig (70,-- EUR gebraucht) erwerben konnte, entwickelte sich daraus fast schon ein zweites Hobby.

Bis ich verstanden habe, wie man aus Dateien fertige Teile erstellt und wie man den Drucker richtig einstellt, wie man ihn reinigen und warten muss etc. hat es einige Wochen (und einige Fehlschläge) gebraucht.
Auch der Umgang mit dem flüssigen Druck-Resin (ziemlich giftiges und geruchsintensives Zeug) und den verbleibenden Chemikalien-Rückständen ist nicht unkompliziert.

Andererseits hat sich dadurch der Zugriff auf eine Vielzahl von Modellen ergeben, die als Spritzguss-Bausatz überhaupt nicht existieren bzw. wohl auch nie auf den Markt kommen werden.
Und da mein Schwager beruflich CAD-Konstruktionen erstellt, konnte er mir zeigen, wie man selber solche Konstruktionen erstellt bzw. modifiziert.
Auch daraus ergaben sich weitere Möglichkeiten und neue Perspektiven.

Hier möchte ich euch ein paar meiner ersten 3-D-Drucker-Modelle in 1:72 zeigen, deren Teile ich "gedruckt", zusammengebaut und bemalt habe.

#2 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 02.01.2022 13:09

avatar

Wenn man sich mit der Aufbauphase der Bundeswehr in den Jahren 1955-1965 beschäftigt, dann gab es dabei eigentlich drei wesentliche Schritte;

1955-56 Struktur-und Standort-Planung und Übernahme des größten Teil der schweren BGS-Einheiten

1957-59 Erste Welle Materialbeschaffung (Splitter-Tarn-Uniform, G1-Gewehr, Hotchkiss Spz kurz, HS 30-Schützenpanzer)

1960-70 Konsolidierung und zweite Welle Materialbechaffung (meist modernere US-Fahrzeuge, MTW, M109 etc.)

Während der ersten Welle der Materialbeschaffung wurde händeringend nach Schützenpanzern gesucht, die sich im 2. WK als wichtiges Element zur Stärkung der Kampfkraft der Infantrie-Verbände erwiesen hatten. Andere NATO-Staaten hatten in diesem Bereich seit 1945 kaum Neuentwicklungen angestoßen bzw. hatten noch grosse Bedenken "die Deutschen" wieder aufzurüsten. Und in der Bundesrepublik existierte seit Jahren keine Rüstungsindustrie mehr, die derartige Fahrzeuge entwickeln und kurzfristig produzieren könnte.

In Frankreich hatte man in den Jahren 1950-55 aber an einem kleinen Panzer-Fahrzeug (TT 6-Panzer) gearbeitet, welches neben Fahrer und Kommandant noch 6 Soldaten in hinteren Teil transportieren sollte. Das Fahrzeug war mehrfach getestet und verbessert worden, und man plante die Einführung bei den Inf-Einheiten in den Jahren 1956-58. Durch den Indochina-Krieg (Vietnam) und den Algerien-Krieg fehlten der französischen Armee jedoch finanzielle Mittel für Neuentwicklungen. Daher wurde die Einführung des TT6 immer weiter verzögert und zurückgestellt. Stattdessen erfolgte der Erwerb von erprobten US-Fahrzeugen, die nach dem Korea-Krieg zu Spott-Preisen von der US-Armee verkauft wurden.

Hier kam dann die neue Bundeswehr ins Spiel....
Nach ersten Gesprächen mit der französischen Armee und der Firma Hotchkiss zeigte sich, dass der TT6 Potential hatte, um die Grundlage für einen neuen leichten Schützenpanzer zu liefern.
Aufgrund der deutschen Anforderungen wurde das Fahrgestell verlängert, ein weiteres Laufrollen-Paar ergänzt, die Oberseite des Kampfraum nach hinten durchgezogen und hinten zwei Aussttiegstüren ergänzt. Zudem wurde der Einbau eines kleinen Turm mit einer 20 mm-Maschinenkanone von Hispano-Suiza (MK HS-820) vorgesehen.

Nachdem erste Entwürfe vorlagen und Prototypen-Muster (aus Holz) besichtigt werden konnten, entstand der Gedanke dieses Fahrzeug als Plattform für mehrere Einsatzzwecke zu verwenden. Damit war der Grundstein für die spätere HK-Spz-Familie gelegt...

Der Vertrag mit Hotchkiss sah vor, dass die ersten Fertigungslose in Frankreich gebaut, dann aber eine Lizenzfertigung in Deutschland gestattet wurde. Dies ermöglichte dann die Fertigung bei KHD im Werk Mainz, wo von 1960-67 rd. 1500 HK-Spz Kurz für die BW gebaut wurden.

Hier im Forum gibt es einen Foto-Beitrag mit einem Walkaround:

Walkaround - Beobachtungspanzer kurz Hotchkiss

Auch bei Wikipedia etc. findet ihr schnell ein paar Fotos zum HK-Spz-kurz.
Wegen der ganzen Urheber-Rechts-Themen verzichte ich hier auf Links etc.

Die HK-Spz kurz wurden zum größten Teil in den frühen 70er Jahren ausgemustert, da sie meist durch den MTW ersetzt wurden.
Viele landeten dann als Hartziele auf den Truppen-Übungsplätzen, wo sie während meiner Dienstzeit Ende der 80er-Jahre noch zu Dutzenden herumstanden. Heute sind es Museums-Stücke, die man nur noch selten sieht..

Dies mal als Grundlagen-Infos vorne weg...damit ihr mein Projekt zeitlich einordnen könnt.

#3 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 02.01.2022 14:23

avatar

Hallo,

beginnen wir mit dem HK-Spz-kurz in der Grundausführung mit den Turm und der MK HS-820 (20 mm).

Bis zum Zulauf der HS-30-Panzer wurden sie auch als Schützenpanzer bei den PzGrenadieren verwendet.
Meist wurden sie dann aber als Späh- und Aufklärungsfahrzeuge in den Spähzügen der Panzergrenadiere eingesetzt.
Diese Züge wurden später auf Brigade-Ebene zusammengelegt und bildeten später die Aufklärungsbataillone.

Ein Aufklärungs- oder Späh-Trupp bestand damals immer aus zwei dieser HK-Spz und verfügte bereits über zwei Funkgeräte zur Übermittlung der Aufklärungsergebnisse.



Diese beiden Modelle stammen von der Firma GERMANIA-Figuren, die seit einiger Zeit auch Druckdateien für 1.72-Fahrzeuge anbietet. Ich war mit den Modellen aber nicht ganz zufrieden, da insbesondere die Detaillierung der Beleuchtung und des Turmes / MK eher spärlich war und daher etwas "spielzeug"-haft wirkte. Daher habe ich mir einige Details dann selber konstruiert (Schutzbügel Lampen, Hülsenauswurf / Lüfter auf dem Turmdach), so dass meine späteren Fahrzeuge deutlich besser aussehen.

Das Laufwerk und die Wanne hat GERMANIA aber sehr schön umgesetzt. Eine solide Basis, auf die man aufsetzen kann.
Da kann man echt nicht meckern, zumal wohl sonst niemand jemals diesen BW-Klassiker in 1:72 rausgebracht hätte.



Am 344 sieht man z.B die Lampen-Schutzbügel. Die Halterungen für die Antennen fehlten komplett und mussten auch ergänzt werden.

Wenn man bedenkt, dass der HK-Spz eine Besatzung von vier Mann hatte, dann kann man sich vorstellen, wie eng es im Innern war. Daher gab es auch diese grossen Stausäcke links an der Wanne, um die Rücksäcke der Besatzung aufzunehmen.
Stellt man einen HK-kurz neben einen MTW, dann wird deutlich, wie "zierlich" diese Fahrzeuge waren.
Bei der Truppe erhielten die HK dann auch Spitznamen wie "Unterleg-Keil" oder "Spitz-Maus"...

Mit rd. 1.700 Stück waren die HK-kurz in den Anfangsjahren aber das Rückgrat der Aufklärer und waren für die BW-Aufklärer bis 1973 (Ablösung durch den Rad-Pz LUCHS) unverzichtbar.


#4 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 02.01.2022 15:25

avatar

Und hier nun der HK-kurz in der Ausführung für die Artillerie-Beobachter (BeobPz 22-2):



Diese Version hat einige Besonderheiten, denn der Turm fehlt und stattdessen gibt es eine Kommandanten-Luke und zusätzlich eine Luke mit Flieger-MG.
Zwischen diesen Luken ist noch eine kleine Luke vorhanden, durch die das Beobachtungs-Fernrohr von unten eingesetzt wurde.
Zudem wurden die beiden Mannschaftsluken auf der Oberseite (am Heck) verschlossen und es gab vier Funk-Kreise mit den entsprechenden Antennen-Anlagen.
Und die Nebel-Becher wanderten nach vorne auf die Front-Platte..

Dadurch wird der Beobachter-Hotchkiss recht schlank, flach und fast schon elegant..



Den ganzen Oberbau habe ich daher selbst gestaltet.
Ziemlich mühsam, aber ich hoffe, es hat sich gelohnt...
Ich war selber Artillerie-Beobachter, also MUSSTE der hier einfach in die Vitrine..

Diese Beobachter-HK blieben übrigens noch recht lange im Dienst und wurden erst 1981 durch den MTW-Beob-Optronic abgelöst.

#5 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 02.01.2022 16:33

avatar

Vielen Dank für euer Lob !

Das Zusammenbauen solcher 3D-Druck-Modelle ist meist recht einfach, denn sie bestehen nur aus wenigen Teilen.
Besonders gut finde ich es, dass man Laufwerke bekommt, die sehr detailliert sind, aber dennoch nur aus einem kompletten Teil bestehen.
Also kein nervenfressendes Zusammen-Stückeln von 1:72-Panzer-Ketten aus einzelnen Ketten-Gliedern...mit leider dennoch miserablen Ergebnissen...

Anderseits geht so viel handwerklicher Reiz verloren, was mir beim Modellbau auch immer viel Spass macht.

Ich bin mir daher sicher, dass ich auch weiterhin Spritzguss-Bausätze bauen werde.
Habe mir gerade wieder einen bestellt...
Aber der 3 D-Druck ist wirklich eine tolle Ergänzung der Möglichkeiten.

Hier noch ein paar Bilder zu meiner Hotchkiss-kurz-Familie, die ich in den letzten Wochen gestaltet habe.

Typ 11-2 und 22-2:



Typ 22-2 Beob, 2-2 Sani und 11-2 Späh


Und hier meine ganze Hotchkiss-kurz-Familie (mit Mörser + Cargo):


Ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr... und bleibt gesund...

#6 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von Christian 02.01.2022 20:44

avatar

Ich finde es toll was du hier gezaubert hast. Gibt es denn diese Pläne für den Drucker im Netz? Oder musstest die alle selber erstellen mit Hilfe deines Bekannten?


Gruß
Christian

#7 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 03.01.2022 19:18

avatar

Hallo Christian,

die Druck-STL-Dateien für einige Fahrzeuge der Hotchkiss-kurz-Familie kannst du auf der Internet-Seite von GERMANIA erwerben.
Bekommst du dann per e-mail zugesendet.

Den HK-Cargo, der eigentlich das Basis-Fahrzeug der Familie darstellt (und dem ursprünglichen TT6 sehr nahe kommt), findest du aber nirgends im Netz.
Ebenso wie den HK-Beobachter und den HK-Mörser...
Daher habe ich diese weitgehend selber konstruiert.





Eine mühsame Sache, wenn man sich mit den üblichen Freeware-CAD-Programmen (Blender etc.) nicht auskennt, die einen enormen Funktionsumfang haben.
Ich habe noch nie mit einem Programm gearbeitet, das eine solch komplexe Bedienung erfordert.
Man kann damit enorem viel machen...aber bis man zumindest die Grundfunktionen beherrscht, ist es ein langer Weg....
Wie oft ich bei den ersten Schritten geflucht habe, kann man gar nicht zählen...

An der Heck-Klappe des HK-Cargo ist noch Verbesserungspotential, da er aus gestanzten Blech besteht, müsste die Rückseite der Klappe auch das Stanzmuster(grosses X) haben.
Bin mit meinen Konstruktions-Kenntnissen aber noch nicht so weit...



Und man druckt sich ja auch nicht 5 oder 6 Stück davon..

Wenn man die Fotos jetzt so gross vor sich sieht, dann sieht man überall noch Potential für weitere Details und eine bessere Bemalung.
Aber meine Augen sind auch nicht mehr so gut....und dieser HK-Cargo in 1:72 passt locker in eine Streichholz-Schachtel rein.
Besser bekomme ich es nicht mehr hin..

#8 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 04.01.2022 18:37

avatar

Hallo Leute,

auch wenn ich meinen HK-Mörser noch nicht final bemalt habe, will ich die "Hotchkiss-Story" hier noch komplett machen;

Der HK-Spz-kurz wurde auch als Mörser-Träger (Spz kurz- Typ 51-2) verwendet.
Dazu wurde im Dach eine seitlich auffaltbare, vierteilige Luke eingebaut, die man seitlich öffnen konnte.








Im Inneren wurde ein 81 mm-Tampella-Mörser, auf der linken Seite die Funkgeräte und rechts Munitions-Regale installiert.





Ich habe als Basis den Beob-HK verwendet, da auch beim HK-Mörser die Nebel-Werfer auf der Bug-Platte installiert wurden.

Beim HK-Mörser habe ich die Beleuchtung am Bug und die Schutzbügel aber noch mal überarbeitet, um sie dem Original näher zu bringen. Allerdings werden die Bügel dann so dünn, dass sie leicht wegbrechen.

Beim Bemalen muss man diese "Panzerchen" also behandeln wie ein rohes Ei..
Daher bin ich mit der rechten Seite auch noch nicht fertig geworden.

Was fehlt hier noch ??



Die rote Fahne am Fahrzeug !!

Aber gab es dieses Kennzeichen für "Scharfes Schießen" in den Jahren 1960-70 schon ???

Ich konnte es bisher nicht klären.
An den Original-Fahrzeugen konnte ich auch keine Halterungen für die Fahnen entdecken, aber das muss nichts heißen..
Wisst ihr ggf. etwas dazu.. ?
Gab es die Kollonnen-Fahnen damals schon ??



Die HK-Mörser-Träger wurden in der Zeit von 1968-1970 durch den Mörser-MTW abgelöst.
Dieser konnte einen 120 mm-Mörser aufnehmen, der eine deutlich höhere Reichweite hatte.

Ich hoffe, dass ihr ein wenig Spass an diesem Teil der Bundeswehr-Geschichte hattet...

Und dass meine 1:72er-Modelle für euch 1:35-Spezialisten dennoch interessant waren...

Ich hatte viel Arbeit, aber auch einen enormen Lern-Effekt bzgl. 3D-Druck und CAD-Konstruktion bei der Umsetzung meiner Hotchkiss-Familie. Es hat wirklich viel Freude gemacht, dieses Projekt umzusetzen.

Zudem habe ich eine grosse Lücke in meiner BW-Sammlung schliessen können, womit ich nie gerechnet hatte.

#9 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von Christian 05.01.2022 08:03

avatar

Sag mal, kann es sein das der offene Innenraum beim Mörserträger tatsächlich in weiß gehalten wurde?

Ich stell mir gerade vor wie ein gelangweilter gegnerischer Pilot so eine Einladung nicht Ausschlagen kann......


Gruß
Christian

#10 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 06.01.2022 23:36

avatar

Hallo Christian,

diese Frage hatte ich mir auch gestellt..

Bei den HKs, die bis zum Umstellung der Sammlung im Panzernmuseum in Munster standen, war innen alles in weiss (auch beim Mörser-HK).

Ich war auch erstaunt, dass die Original-Fahrzeuge mit den grossen Dachluken (HK- Möser und Sani) innen komplett weiss lackiert sind.
Beim Mörser-MTW hat man dann schon den Bereich unter den Luken hell-grün gestrichen und nur der Bereich am Motor und im Fahrerraum blieb dort weiss.

Beim Konstruieren und bei der Bemalung der HKs habe ich so ziemlich Alles gesichtet, was an Fotos zur HK-Familie im Internet zu finden ist.

Und die Bilder sagen: Innen alles komplett weiss..

#11 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 07.01.2022 00:40

avatar

Zum Schluss noch ein paar Bilder von HK-Sanitäts-KrKW...

Denn nach dem alten BW-Motto "Ohne Sani wird nicht scharf Geschossen !!!" muss der Sani-HK mit dazu.



Wobei die meisten Sanis zu meiner Zeit Wehrpflichtige waren, die uns wohl auch nicht viel geholfen hätten....

Dazu ein Erlebnis aus meiner Dienstzeit;

Irgendwer hatte Mist gebaut, also hat uns der Spiess mal wieder über die Hindernisbahn gejagt.
Hinter der Bretterwand stürzte ich ab und der Kolben vom Gewehr haut mir auf den Finger.
Ich komme also mit merkwürdig krumm verdrehtem, 2 x mal gebrochenem Finger in den San-Bereich rein.

Der Sani schaut drauf und meint: "Tja, was soll man jetzt machen...Willste ein Pflaster ??"



Sie waren einfach "die Besten"...



#12 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von Christian 07.01.2022 06:36

avatar

Zitat von ratze45 im Beitrag #11
Der Sani schaut drauf und meint: "Tja, was soll man jetzt machen...Willste ein Pflaster ??"
So kennen wir die Sanis- alles Profis. Wobei es aber wirklich welche gab und gibt die einen guten Job machen.

Schick sind sie, deine kleinen Unterlegkeile!

#13 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 08.01.2022 00:16

avatar

Ja, stimmt schon..

Ich habe im Sommer hier beim Aufräumen in der Eifel mitgeholfen.
(Daher stammt auch mein Leistenbruch...schwere Schubkarren fahren ist eben nichts für alte Männer)

Aber "Freiwillige" sind eben doch anders motiviert (und ausgebildet), als es die meisten Wehrpflichtigen waren...

#14 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 29.03.2022 23:27

avatar

Hallo,

heute habe ich etwas Schönes gefunden, was noch zu diesem Beitrag passt.

Schöne Film-Aufnahmen aus einer längst vergangenen Zeit...

Ein Hotchkiss-Spähtrupp ist auch zu sehen...: https://youtu.be/1IoWsNGfU-I

#15 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von Christian 30.03.2022 09:10

avatar

Ich habe mir den Film mal reingezogen, ist schon interessant wie einfach man das damals noch sah.
Aber da kommen Erinnerungen hoch....

Gruß
Christian

#16 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 01.04.2022 22:14

avatar

Hallo Christian,

ja, das waren die Blütejahre der Heeresflieger...

Nachdem die Hubschrauber-Piloten während der Flut-Katastrohe in Hamburg so viele Menschen gerettet hatten, waren sie die "Helden der Jugend".
Damals wollten alle, die zum Bund mussten, zu den Heeeresfliegern...wenn schon, dann da hin..

Das Konzept, ganze Infanterie-Bataillone mit Hubschraubern in die Gefechtszone zu bringen (oder sogar in den Rücken des Gegners), hatten die Amerikaner entwickelt und in den ersten Jahren in Vietnam offensiv betrieben.
Die Bundeswehr hat dies in den Jahren 1963-70 auch intensiv erprobt und geübt.
Dabei gab es interessante Erkenntnisse, die z.B. auch zu den grossen Rückspielen an den Vertol- und Sikorsky-Hubschraubern führten.
Sieht schräg aus, aber so konnte der Pilot die seitliche Ladeluke stets im Blick halten...

Und dieser Film ist auch interessant...

Mitten im "Wilden Revolutionsjahr" 1968 gab es mehrere Gross-Manöver.....
Die Panzer-Grenadiere mit HS 30 und die Panzer-Truppe komplett mit M 48...

Manöver 68

Heute hätte die Bundeswehr noch nicht mal Treibstoff und Munition für eine dieser Grossübungen.

Weser 68 - 6. PzGren DivWar aber gut, dass wir dies so viele Jahre nicht mehr brauchten.

Und damals gab es das amphibische Geschwader in meinem langjährigen Urlaubsort Großenbrode auch noch:
Lange, lange her...

https://youtu.be/C-Juh743-Ig




#17 RE: Hotchkiss Spähpanzer-kurz, BW 1961 von ratze45 01.04.2022 22:43

avatar

Schon dazu als Vergleich die berühmte Heeresübung 58....noch voll im Ton der "Deutschen Wochenschau"....

Heeresübung 58

Das war noch die Aufbauphase, als die meisten Verbände noch am Rhein standen.
Wenig Panzer, die Grenadiere auf Unimogs und noch wenig Gerät...
Erst 1960-61 begann dann die Verlegung der 2. Aufstellungswelle in die Zone etwa 50 km entlang der innerdeutschen Grenze.

Ganz vorne standen da ja schon die Einheiten der 1. Welle, meist aus BGS-Hundertschaften aufgestellt und schon besser ausgestattet..

Und hier noch mein Verein beim Bund: Haubitzen in der Feuerstellung

Allerdings war ich ein paar Jahre später dort.

Dieser Film hier ist zu meiner Dienstzeit 1987-1989 passend: Pz Art in Munster 1992
Zu meiner Zeit war privates Filmen und Fotografieren noch streng verboten (Disziplinar-Verfahren etc.).
Aber nach der Wiedervereinigung ging es dann wohl lockerer zu...
Dieser Film zeigt es so, wie es wirklich war.
Tolle Sachen dabei.....von 31.30-32.00 sieht man meinen damaligen Arbeitsplatz im Beobachtungs-Panzer Optronic.
Rechts an der Wand die IFAB-Anlage für die Feuerkommandos...

Und von 1.05 - 1.08 die klassische Feuertaufe, die ich auch erlebt habe, als ich zum ersten Mal hinten in der Feuerstellung "abgezogen" habe.

Wahnsinn...schon 33 Jahre her...

Und hier noch seltene Aufnahmen von der alten FH 105....

Irre, was man bei youtube Alles noch findet: FH 105 / 1983

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz