#1 Tiger I Late - Dragon 6406 von Winterson 29.07.2019 18:07

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Hallo Zusammen,
ich bin neu hier im Forum und zum Einstand zeig ich heute mal mein erstes Model nach sehr langer Modellbaupause.
Erst kürzlich hab ich nach 13 Jahren wieder mit dem Modellbau angefangen und dabei das Forum hier entdeckt.
Das letzte mal, dass ich Kleber und Airbrush in der Hand hatte war ich noch zu Jung zum Autofahren. Das erste Model nach so langer Zeit ist dabei viel mehr ein Neueinstieg in das Hobby anstatt einem Wiedereinstieg.

Für den Einstieg fiel meine Wahl auf den Tiger 1 von Dragon mit der Kitnr. 6406 und der Einzelgliederkette von Rye Field
Der Bau lief ganz gut, dabei waren einige Details wie z.B. die Verschlüsse der Staubox am Turm aus Ätzteilen echt knifflig. Ich wollte mich aber bewusst der Herausforderung der Ätzteile stellen.
Während des Alterns musste leider die Front und das Turmdach neulackiert werden. Hier hat der Revell Emanel Verdünner nicht nur die Ölfarbe fürs Filtering verdünnt sondern auch die Lackierung mit Tamiya Acrylfarben angegriffen.
Um die Tarnung dennoch etwas homogener zu gestalten wurde als Plan B dann das Model mit Pigmenten aus dem Künstlerbedarf vollständig eingestaubt. Das geht dann allerdings auf Kosten der Tiefenwirkung.
Hier werde ich also in Zukunft anstatt der Pigmente auf Filter setzen. Habt ihr da eine Empfehlung welcher Filter von Mig oder AK sich besonders gut für deutsche Fahrzeuge eignet?

Nun aber genug der Worte hier nun die Bilder.


Beste Grüße
Stephan










Hier sieht man gut die Verfärbung an der Turmfront nach der erneuten Lackierung





Eigentlich sollte der Rost nur am Auspuff haften aber ich war etwas zu hektisch und die einzige Schadesbegrenzung war dann ein massiver Anfall von Flugrost




Was sagt ihr zum Kettendurchhang?






#2 RE: Tiger I Late - Dragon 6406 von Alex DeLarge 29.07.2019 19:39

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Für ein Erstlingswerk hübsch gebaut.

Kettendurchhang bei Großkatzen: Die Kette sollte im Regelfall auf der 2. Laufrolle von vorne aufliegen. Links schaut es gut aus. Rechts kannst du sie hinten am Treibrad noch tiefer in einen Zahn stecken, dann sitzt sie hier auch gut.

Zum Problem mit dem Filter:
Zunächst Auswahl des Farbtons: Wenn du eine Angleichung aller drei Farben möchtest, solltest du eine Farbe benutzen, die ungefähr den gemischten Mittelwert aller drei Farben spiegelt. Der hier benutzte Ton war für die dunkelgelbe Basis zu dunkel. Zu intensiv (d.h. zuviel Filterfarbe) war es außerdem. MIG F242 Tan for Tritonal Camo ist hier eine gute Wahl.
Zur Anwendung: Ein häufiger Anfängerfehler ist es (ich habe selbst Lehrgeld bezahlt), mehrere Effekte in einem bündeln zu wollen: also einmal das ganze Modell mit dunkler Plörre einnässen und per Pinsel abziehen. Ein Filter sollte lediglich eine flächige Änderung der Farbnuance bewirken, ein sehr subtiler Effekt. Ich würde mal sagen ca. 5% Änderung der gesamten Farbwirkung. Sichtbare Laufbahnen (Abziehen und Verteilen), Farbspuren und Ränder sind nicht Sinn und Zweck eines Filters und sollten deshalb vermieden werden. Die Farbe sollte hochverdünnt sein (1:10 - 1:20). Selbst den fertigen MIG-Filter verdünne ich meist noch einmal 50:50.
Zum Anfressen der Farbschichten: Tamiya-Farbe ist entgegen ihrer Ausweisung keine reine Acryl-Farbe, sondern lösungsmittelbasiert. Deshalb kann sie auf verschiedene Verdünner negativ reagieren. Am besten die Basislackierung einmal mit mit einer Schutzschicht Acryl-Klarlack überziehen. Ich mag besonders den von Microscale. Gut durchgetrocknet (48+) hält der sogar eine Weile Aceton und Spiritus stand.

Nach dem Filter solltest du das komplette Modell mit Satinlack überziehen. Das hat zweierlei Gründe: Tamiyafarbe ist matt und hat deshalb keine Metalloptik. Zum anderen kann man auf Satinlack wegen der wesentlich längeren Trocknung und dem Kapillareffekt kontrolliert Pinwash anbringen und Verlaufseffekte malen. Ein Pinwash (dunkle Farbe ausschließlich um erhabene Details wie Nähte und Nieten) führt zur enormen Aufwertung des Modells, da die Farbe an Tiefe gewinnt.

Wenn du Blankmetall malen möchtest (etwa Laufflächen der Ketten oder auf den Kabeln), solltest du zunächst mit Satinschwarz grundieren. Darauf dann Acryl-Metallfarbe trockenmalen. Ein Metallton auf Mattfarbe wirkt nicht. Du kannst es vielleicht hier mal an den Steigen der Kette versuchen - die äußeren Laufflächen sind meist abgeschliffen.

Probier mal aus, dann wird es noch besser.

#3 RE: Tiger I Late - Dragon 6406 von Winterson 29.07.2019 20:39

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Hey Alex,
danke für die ausführliche Antwort. Der Kettendurchhang Links wird dann noch behoben.
Der Mig Filter für Tritonal Camo steht tatsächlich auf meiner Einkausliste. Hatte seine Anwendung in einem Baubericht gesehen und die Wirkung entsprach dem was ich aktuell Suche.
Das dunkle Wash über den ganzen Panzer zu ziehen war echt ein wenig Old School, am Anfang mochte ich den Effekt aber er erzeugt eben nur Dreck und zu krasse Schlieren dafür aber keine Tiefe.
Für das nächste Projekt steht daher Pin Washing und Streaking auf der To Do Liste. Mal sehen wie das wird.
Für die Satinschicht nach den Decals werde ich dann jetzt auch den Tamiya Klarlack in die Tonne hauen und durch einen anderen ersetzen, der die Lackierung auch wirklich schützt. Das soll mir nicht nochmal passieren.
Danke auch für den Tipp mit dem Satinschwarz. Ich hab in der tat mattes Schwarz für die Werkzeuge und Seile benutzt und der Effekt beim Trockenmalen mit Gunmetal bzw. Silber wollte sich noch nicht so richtig einstellen.

Beste Grüße
Stephan

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