Anbieter:
TAMIYA
Bausatz:
Nr.35252
Maßstab:
1:35
Bespechung:
Der Kartondeckel stellt eine Szene während der Ardennenschlacht im Winter 1944/45 dar

Die Bauanleitung ist Tamiya-typisch einfach und verständlich

Diese Auflage des Tamiya Tiger II mit der ArtNr.35252 hat zusätzlich einen Kradmelder mit im Karton. Meinem Bausatz, welchen ich sehr preiswert von Privat gekauft habe, fehlt dieser Kradmelder mitsamt seiner DKW NZ350.

Spritzling A liegt 2x bei.

Spritzling B sind in schwarzem Plastik gegossene Ersatzkettenglieder für die Turmseiten.

Spritzling C

Spritzling D

Ober- und Unterwanne

Die Gummiketten, feine Gaze für die Splitterschutzgitter, die üblichen Gummimuffen für Spann- und Triebräder, sowie die alternativ zu verbauende frühe Rohrblende.

Gummiketten im Detail

Dem Naßschiebebogen fehlen die Nummernschilder für das Motorrad DWW NZ350. Wie oben bereits erwähnt, fehlt meinem von Privat gekauften Modell das Motorrad.

Fazit:
Auch wenn der Tamiya Bausatz in Punkto Ausstattung nicht mit den Dragon Tiger II Bausätzen mithalten kann, so bietet er doch eine stimmige Basis für den Bau eines korrekten Tiger II. Die Maße stimmen und die Detaillierung ist gut. Ein Kritikpunkt sind die Gummiketten, sie können heutigen Ansprüchen nicht genügen. Sollte man jedoch vorhaben das Laufwerk seines Modelles zu verschlammen, so genügen sie vollkommen. Eine weitere "Tamiya-Macke" sind die fehlenden Winkelspiegel der Kommandantenkuppel. Hier sollte man etwas aus der Krambox oder vom Zubehör-Markt verwenden.
An den beiden Panzerschutz-Gußteilen der Auspuff-Krümmer fehlen deren Hebestifte. Diese kann man aber leicht nachrüsten.
Positiv fällt eine rudimentäre Inneneinrichtung des Turmes sowie detaillierte Innenseiten der Luken auf. So kann, wer mag, die Turmluken offen lassen und die beiliegenden Figuren von Kommandant und Ladeschützen einsetzen.
Die Schwingarme der Laufrollen als auch der Spannarm der Spannrollen sind separat. Man kann das Modell also auf unebenem Grund eines Dio's anpassen.
Wie schon erwähnt liegen dem Bausatz die frühe (Teile X7 & X8 ), als auch die späte Kanonenblende (Teile D20 & D21) bei. Will man die Teile X7 & X8 verwenden, so muß man um die Kommandantenkuppel herum eine Schweißnaht ziehen, um die ursprüngliche Anbringung der Kuppel darzustellen. (Das frühest möglich darstellbare Baulos mit dem Tamiya Bausatz ist Juli 1944) Ab August 1944 wurde die Kommandantenkuppel nicht mehr angeschweißt, sondern an das Turmdach verschraubt. So ist es im Tamiya Bausatz dargestellt. Ab diesem Zeitraum war auch die späte Kanonenblende (Teile D20 & D21) verbaut. Es gibt noch ein paar weitere Unterschiede der monatlichen Baulose bis Produktionsende. Leider geht die Tamiya Bauanleitung nicht auf die Unterschiede der einzelnen Baulose ein. Hier sei "Tiger Tanks - VK4502 to Tiger II" von Thomas L. Jentz und Hilary L. Doyle empfohlen.
Will man das Modell nicht aus dem Karton bauen und stattdessen mit metallenem Zubehör aufwerten, liegt man sehr schnell über dem Preis der Dragon Tiger II Bausätze. In meinem Fall werde ich den günstig erworbenen Bausatz nur mit dem preiswerten (unter 5€) Voyager Ätzsatz Nr.AP 001 für die Lüftergitter, einem RB Model Kanonenrohr und Dragon 'magic tracks' aus der Krambox aufwerten. Dazu kommen natürlich wie immer hausgemachte Detaillierungen aus Plastik Sheet und Draht.
Kurzhistorie Original:
Der ab Januar 1944 in Serie gebaute SdKfz.183 "Tiger II" war der schwerste operativ eingesetzte Kampfpanzer des 2. Weltkrieges.
Nach einer Ausschreibung des Heereswaffenamtes vom August 1942 entwickelten Porsche als auch Henschel eigene Entwürfe, wobei schließlich der Henschel Entwurf überzeugen konnte. Da der "Henschel-Turm" nicht schnell genug produktionsreif war, erhielten die ersten 50 Tiger II den sogenannten "Porsche-Turm". Ironischerweise waren beide Turmvarianten von Krupp für die jeweiligen Tiger II Prototypen von Henschel & Porsche entwickelt worden.
Der erste Einsatz der Tiger II erfolgte mit der Panzerlehrdivision gegen die Alliierten in der Normandie ab 11. Juli 1944. Der erste Einsatz an der Ostfront erfolgte mit der sPzAbt.501 unter dem Kommando der Heeresgruppe Nordukraine im August 1944.
Durch seine Feuerkraft in Verbindung mit der starken Panzerung erwarb sich der Tiger II, bei den Westalliierten als "Kingtiger" bekannt, sehr bald einen legendären Ruf.